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Unser ganzes Leben hat viele Seiten. Leider gibt es auch dunkle Seiten bis hin zu der Seite, von der ein Dichter sagt „der Mensch in seinem Wahn“. Viele von uns kennen das als Literatur, aber was ist das in Wirklichkeit? Mussten wir erst das 20.Jahrhundert erleben mit zwei Weltkriegen, mit politischen Massenmorden, mit der technisch ausgerüsteten Möglichkeit der Vernichtung aller Menschen oder vielleicht allen Lebens, damit uns diese andere Seite unserer Geschichte bewusst wird? Vielleicht sollten wir doch mehr auf den Dichter und manche andere hören: „Der Mensche in seinem Wahn!“ Wo und wann lernen wir, dass es so eweas gibt. Dieses Thema müsste doch ein Hauptkapitel sein, um unsere Geschichte zu lernen und aus der Geschichte zu lernen.
„Der Mensch in seinem Wahn“ wird auch dargestellt als Weltgeschichte und als weltweites Vergnügen mit folgender schwerer Krankheit, mit Millionen verstorbenen jungen Menschen, mit vielen Kinderfamilien, weil die Eltern auf dem Friedhof sind. Das wären wenige Sätze von der anderen Seite. Auf der ganzen anderen Seite stehen: Kriege und immer wieder Kriege. Machtkampf einiger gegen die Freiheit und den Frieden des Volkes, Ausschweifungen als scheinbares Vergnügen mit viel humaner Verarmung, mit viel Krankheit und Tod.

Manchmal erschrecken wir bis zur Sprachlosigkeit, welches Leid Naturkatastrophen verursachen. Dazu haben wir schon einiges gelernt. Das zeigt sich mehr und mehr und immer wieder bei der baldigen weltweiten Hilfe. Die Entstehung von Naturkatastrophen können wir oft mit unserer Macht nicht verhindern, aber wir haben schon viel gelernt um die Folgen nah und fern zu bewältigen. - „Der Mensch in seinem Wahn“ kann schlimmer wirken als Naturkatastrophen. Müssen wir auch dafür lebensnotwendig einiges lernen?

Analphabet ist ein moderner Begriff. Bis vor nicht allzu langer Zeit waren die Mehrheit der Menschen Analphabeten. Kann es sein, dass auch jetzt noch eine Mehrheit Analphabeten in HUMANER BILDUNG sind, sogar bis in die Spitzen der Gesellschaft? Schulwissen entsteht nicht von selbst, das müssen wir lernen. Dafür brauchen wir Schulen. Berufswissen lernen wir in der Berufsausbildung. Wofür brauchen wir HUMANE BILDUNG? Damit wir lernen Menschen zu werden. Aber wir sind doch schon durch unsere Geburt Menschen? Biologisch!

Menschen werden, so wurde es schon gesagt, bedeutet unsere Wiedergeburt. Und als was werden wir wiedergeboren? Als humane Menschen. - Ohne HUMANE BILDUNG sind wir Analphabeten in humaner Bildung. Dann fehlt uns mehr als wenn wir Analphabeten in Schulbildung sind. Ohne humane Bildung sind wir in unserem ungebildeten egozentrischen Naturzustand verführbar oder wir können selbst Verführer werden. So gesehen ist HUMANE BILDUNG mindestens genauso lebensnotwendig wie Schulbildung. Kommt vielleicht doch das viele Unglück der Völker und der Einzelnen auch von dem Mangel an allgemeiner HUMANER BILDUNG?

Bei Bildungsreformen ist man um vieles besorgt und bemüht. An welcher Stelle steht bei Bildungsreformen HUMANE BILDUNG? Gibt es Bildungsprogramme ohne thematische Erwähnung allgemeiner HUMANER BILDUNG? Vielleicht sogar weltweit? Für manche, auf die es ankäme, ist HUMANE BILDUNG nur eine historische Erinnerung an die ferne Vergangenheit von „Humanismus“ oder für „humanistisches Gymnasium“.

HUMANE BILDUNG
ist die humane Bewältigung unserer Geschichte, ist menschenfreundliches, friedliches Miteinander, ist sozialer und geistiger Wohlstand.

HUMANE BILDUNG
kann man und muss man lernen vom Kindergarten bis zur Habilitation.