Textversion

Suchen nach:

Ein schönes und beliebtes Wort! Aber dem Inhalt nach ist es doch mehr als nur der Ausdruck einer Freude, einer Zustimmung. Schon dafür lohnt es sich darüber nachzudenken, was inhaltlich zum Wort Wunder gehört. Gibt es so viel Offenheit für Wunder, wie man beim häufigen Gebrauch von „wunderbar“ vermuten könnte? Erleben wir in der Moderne eher eine Krise mit der Bejahung von Wundern? Sogar in der Religion?

Zur die Religion wurde das „modern“ in etwa so gesagt: Wer heute den Elektroschalter bedient, um Licht anzumachen, kann nicht an Wunder glauben. Aber jemand könnte Glauben auch so erleben, den Lichtschalter bedienen, dann stauen, dass so Licht entstand und sagen: „Wunderbar“! Wir arm wird der Glauben, wenn es sogar in der Religion keine Wunder geben soll? Versteht man da und dort so die Entmythologisierung? Eine theologische Hilfe für den Glauben kann Entmythologisierung sein, wenn der Glaube befreit wird von sinnarmen alten oder neuen Phantasien, die Barrieren zum menschenfreundlichen Gott und zum menschenfreundlichen Himmel sind. „Der Sabbat ist für die Menschen da“: Humane Wende in der Religion!

Wunder zu bejahen gehört zum Reichtum des Glaubens, zum Reichtum des Denkens und des Wissens. Ist es zu gewagt, es so zu sagen: Wunder gibt es überall? Nur dort gibt es keine Wunder, wo wir sie übersehen oder mit Behauptungen unseres geringen Wissens verneinen. In der Moderne haben wir Chancen viel zu lernen. Leider lernen wir zu den Wissensinhalten wenig über unser Wissen, über die Begrenztheit unseres Wissens, über manche Vorläufigkeit unseres Wissens und über unser immer noch geringes Wissen, obwohl davon jetzt schon die Regale von Hochhäusern angefüllt sind. Die Einsicht dazu könnte beim Lernen einfach vermittelt werden: Unser Wissen ist meist nur ein Teilwissen.

Kurz könnte man das so erklären. „Alles ist größer, viel größer!“ Am deutlichsten zeigt sich das uns für uns am Weltall: Mit bloßem Auge sehen wir einige Tausende Lichter, mit Instrumenten sind es Millionen oder Milliarden; in Wirklichkeit sind die Lichter des Weltalls unzählbar, weil wir dafür zu wenig Zahlen haben. - Dieses Erlebnis kann es für uns überall geben: in uns, um uns und über uns. Unser Denken, unser geistiges Leben endet nicht an einem Abgrund, wo es nicht mehr weitergeht, weil es nichts mehr gibt. „Wunderbar“! Das erleben wir oft in uns, um uns und über uns. Daraus können wir immer wieder zu dies Erkenntnis kommen: „Alles ist größer, viel größer“. Dazu sagen wir oft: „Wunderbar“.

Viele Menschen verarmen im Glauben, weil sie nicht an Wunder glauben, obwohl vieles auch für sie wunderbar ist. Aber wir können es täglich sehen und erleben, wie vieles in uns, um uns und über uns wunderbar ist. Das ist eine lebensnotwendige Erkenntnis für uns, weil es die ganze große Wirklichkeit ist in uns, um uns und über uns ist.