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Zunächst ergab es sich hier so, nach „Schlussworten“ kamen noch einige Themen dazu. Das war mit „Ergänzungen“ gemeint. Inzwischen sind die Ergänzungen etwa vierzig Themen geworden. Die Richtung und die Form für die Beiträge zur HUMANEN BILDUNG sollten von Anfang an kurz und einfach sein. Es waren keine wissenschaftlichen Absichten damit verbunden. Eher dies: Ein Alter kam als lebenslanger Lernender immer wieder zu Themen der HUMANEN BILDUNG bis daraus das Hauptthema eines fortgesetzten Studium über die Jahre des Ruhestandes wurden. Daraus ergab sich die freudige Aussicht, dass die Älteren und wir Alten auf diese Weise Partner des Lernens mit den Jüngeren werden, nicht um die Jüngeren zu belehren, sondern um mit ihnen zu lernen.

Wir die Älteren und die Alten sind in der günstigen Situation, dass der Erfolg des Lernens bei uns nicht mit Leistung verbunden ist. Die Erfolge des Lernens ohne Leistungsdruck sind mit 85 Jahren so beglückend, dass wir dies auch den Kindern und der Jugend herzlich wünschen und gönnen würden. Bei den „Ergänzungen“ wurde dies hier so erlebt, dass sich immer wieder noch ein Thema, noch eine Aussicht ergab. Anscheinend kommen wir beim Weiterlernen zu keinem Abschluss: Lebenslanges Lernen ist mehr als eine Freizeitbeschäftigung im Ruhestand. Vielleicht bleibt das Lernen für die Kinder und für die Jugend auch dadurch interessant, dass die Erwachsenen, die Älteren und die Alten mitlernen. Kinder und Jugendliche können die Lernfreundschaft der Erwachsenen, der Älteren und der Alten brauchen. Das bringt mehr als wenn es beim Lernen nur um die Leistung der Kinder und der Jugend geht.

Ergänzungen zeigen hier vielleicht, dass wir mit den Themen Lernen und Bildung nie zu einem Abschluss kommen. Besteht das Lernen vielleicht aus der einfachen Basis des ursprünglichen Lernens und dann aus der Vielfalt allen Lebens. Schade, dass man bis in unsere Zeit hinein so wenig über das Lernen lernt. Wie ist es möglich, dass man von uns so viel beim Lernen erwartet und dabei auch bei Kindern von Leistung spricht, aber über das Lernen selbst wurden wir sogar bis zu manchem Hochschulabschluss kaum informiert?

Die Kinder und Jugend werden anhaltender und mehr Freude mit dem Lernen haben, wenn es beim Lernen nicht nur Erwartungen und Forderungen an sie gibt. Lernen sollte nicht nur eine Pflicht der Kinder und der Jugend sein. Wir müssten für die jüngere Generation die Pflicht haben, dass sie von uns das Lernen lernen. Wenn ein Kind sich bei der Beurteilung seiner Leistung als mangelhaft verteidigen würde mit der Begründung, dass Lernen lernen zu wenig oder gar nicht gelehrt wurde, dann wäre das eine Verteidigung zu vielem Leid der Kinder und der Jugend mit dem Lernen.Also könnten wir Alten auch noch mit 85 Jahren weitermachen bei den „Ergänzungen“ der Themen mit dem Lernen. Wahrscheinlich kann daraus eine Fortsetzung ohne Ende werden.