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Das Ende der Welt? Davon hörte man früher immer wieder, damit drohte man auch den ohnehin oft verängstigten und geplagten Menschen. In der Mitte des 20. Jahrhunderts nach den Jugendjahren in Krieg, Gefangenschaft und anderem Chaos – kam ein junger Mann auf den Lebensweg mit dem Glauben Diener des Erbarmens zu werden. Womit ist das begründet und was kann daraus werden? Ist das ein Sonderweg mit dem Glauben oder vielleicht ein vom Glauben bewirkte hilfreiche Bildung für uns alle? Kann daraus humane Bildung für uns alle werden?
In der Vergangenheit kam irgendwann die Sehnsucht und Ahnung auf, dass unser menschliches Leben, unsere Menschenwelt human sein sollte. Daraus wurde der Humanismus und schließlich „humanistisches Gymnasium“, also eine Richtung in der gehobenen Kulturwelt. Es vergingen wieder Jahrhunderte mit viel Not, mit viel Elend und auch geistiger Armut bei den Völkern. Humanismus oder gar humanistische Schule wurde bei den geplagten und veramten Völkern kaum bekannt. Aber vor zweitausend Jahren kam vom Himmel der Glauben des Erbarmens. So haben es damals einige verstanden. In zweitausend Jahren seit damals wird dieser Glauben immer noch und immer wieder so verstanden. Der Retter des Erbarmens am Anfang dieses Glaubens hat verkündet, dass er vom Himmel gekommen ist, um die Welt zu retten und nicht zu richten. Danach und jetzt noch immer gibt es den Glauben des Erbarmens. Und gerade das brauchen wir, immer wieder, immer noch und jetzt erst recht.
Das Ende der Welt? Leider hat das überflüssige und gefährliche Gegeneinander der Weltgeschichte die Rüstung produziert und die Möglichkeit organisiert für eine totale Vernichtung der Menschen. Das ist Menschenwerk. Aber die Völker haben das nicht verursacht. Auch das organisierte Gegeneinander mit viel Leiden, Sterben und Verarmung wurde nicht von den Völkern verursacht und herbeigeführt. Einige, die nicht Diener des Erbarmens sein wollten, sondern die Herren der Macht, Herren der Eroberung, Herren der Unterdrückung haben das organisierte Gegeneinander verursacht.
Am Horizont unserer Welt erscheint täglich Licht vom Erbarmen des Himmels. Die Menschenwelt gibt es immer noch, weil es immer noch und immer wieder das Erbarmen des Himmels für uns Menschen gibt. Im grausamen Leiden und Sterben am Kreuz vor zweitausend Jahren wurde das Erbarmen des Himmels für die Menschenwelt angerufen. Unsere Menschenwelt gibt es immer noch, weil von der großen Intelligenz und dem großen Können des Himmels unsere Erde erhalten wurde bei den Milliarden des Weltalls in den Millionen Energien und Geschwindigkeiten. Unsere Menschenwelt gibt es immer noch, weil wir nach all dem Gegeneinander der Weltgeschichte und der Einzelgeschichten auch begabt und fähig sind für das humane, das menschenfreundliche Miteinander. Und auch das ist eine Hoffnung für unsere Gegenwart, für unsere Zukunft: Wir sind begabt und fähig Diener des Erbarmens zu sein – die Großen und die Kleinen.