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Es wird immer deutlicher, dass in dieser unserer Zeit mit dem Wort „human“ eine beachtliche Wertschätzung verbunden ist. Worum es dabei geht, bedeutet: Es ist gut, es ist menschenfreundlich. Das gehört zur internationalen modernen Bereicherung des Wortschatzes in der Menschenwelt. Ist das vielleicht schon eine Spur davon, dass es eine HUMANE NEUZEIT geben kann? Leider ereignet sich noch vieles vom alten Gegeneinander und von den Folgen davon. Da und dort gibt es immer noch Kriege, Bürgerkrieg, Unterdrückung und Verfolgung. Auch dabei hört man fast immer von humaner Hilfe, die es für die Opfer gibt.
Woher kommt diese humane Richtung in unsere Geschichte? Für manches Verständnis bedeutet „human“ dasselbe wie „humanistisch“. Das wäre dann eine sprachliche Ableitung von „Humanismus“, etwa wie „humanistisches Gymnasium“. In den meisten Situationen, die als „human“ anerkannt werden, geht es nicht um diesen Zusammenhang zu „humanistisch“. Viele Menschen, die eine Wertschätzung mit „human“ aussprechen, meinen damit nicht „Humanismus“ wie in der Vergangenheit.
Die Hoffnung auf eine HUMAN NEUZEIT ist auch so begründet, dass viele damit das menschenfreundlich Gute meinen und wollen. Vermutlich bejaht die Mehrheit der Menschen mit dem Wort „human“ das menschenfreundlich Gute. Ist das ganz neu in der so lang anhaltenden alten Geschichte des Gegeneinanders?
Vor zweitausend Jahren hat die Geschichte des menschenfreundlich Guten zunächst unauffällig begonnen. Erbarmen, Nächstenliebe, Feindesliebe, Gutes tun – das begann vor zweitausend Jahren bei einem kleinen Volk, bei kleinen Leuten mit dem großen Glauben an den großen Gott, an die große Intelligenz und das große Können der Himmlischen.
Noch immer und wieder wurde im Jahre 2009 Millionen Menschen in der Heiligen Nacht die Ermutigung verkündet, die vor zweitausend Jahren begonnen hat, wird uns die humane Richtung gezeigt: …. „das Gute zu tun“ (Titus2, 11-14). Jetzt ist „human“ beliebt und anerkannt. Begonnen hat das vor zweitausend Jahren als Glauben und als Verwirklichung des Glaubens im Leben so: „… das Gute zu tun.“
Können diese wenigen Worte so viel bedeuten? Bei uns Menschen ist diese Bedeutung angekommen und hat sich ausgebreitet durch die Jahrhunderte und bei den Völkern bis hin zu den Millionen in den Kirchen der Heiligen Nacht von 2009. Bei der Ausbreitung entstand auch das Wort „human“. - Manche bedenken auch heute noch, ob das nicht nur das Wort einer Idee ist. Das ist eine Begabung bei uns Menschen, die Begabung, dass wir zusammengehören und zusammenhalten auch als Volk und als Völker. Und warum gehören wir zusammen? Nach dem schönen und großen Glauben, der vor zweitausend Jahren so bescheiden begonnen hat, zu dem sich jetzt Völker bekennen, nach diesem Glauben gehören wir zusammen, weil der große Gott unser aller Vater ist, weil wir Kinder Gottes sind.
HUMANE BILDUNG ist nicht nur eine alte Idee, die früher einige ausdachten. Lernen „das Gute zu tun“ das ist HUMANE BILDUNG. Wird das gelingen bei all dem Gegeneinander in unserer bisherigen Geschichte und in unseren Lebensgeschichten? Ja, es kann gelingen, weil wir dazu die Begabung haben.
In unserem Glauben gibt es für die Verwirklichung „das Gute zu tun“, gibt es für die Verwirklichung der HUMANEN BILDUNG die Ermutigung, dass wir als Kinder Gottes zu Gott gehören, zum Himmel gehören.