Textversion

Suchen nach:

Zu keiner anderen Zeit wurde das frühere Fremdwort „Optimist“ so oft gesagt wie in der modernen Sprache. Bei uns ist es kein Fremdwort mehr, wahrscheinlich wird damit auch der jetzige internationale Wortschatz bereichert. „Du bist ein Optimist“ wird oft gesagt und erlebt als Anerkennung und als Ermutigung. Warum ist das so? Das ursprüngliche Wort bedeutet: „mehr gut“, „besser“. Früher gab es viel mehr Armut und Leiden bei den Menschen, fast in allen Völkern. Hatten damals nur wenige einen Grund „Optimist“ zu sein? Vielleicht gibt es durch den Fortschritt in der neueren Zeit mehr Grund für die Menschen Optimisten zu sein?
Mit dem Glauben, der sich seit zweitausend Jahren ausgebreitet hat, könnten viele Optimisten werden. Leider wurde manchmal auch dieser Glauben von Menschenwerken zur eigenen Überhöhung entstellt und auch dadurch gab es noch mehr Leid und Last im Volk.
Mit diesem Glauben kam die Liebe des Erbarmens vom Himmel zu uns Menschen. Der Anfang war ein Leidensweg wie schon lange für viele Menschen in der alten Geschichte und auch in der späteren Geschichte. Der Leidensweg am Anfang endete mit der Kreuzigung des Retters vom Himmel. Vom Kreuz aus kam eine bis dahin unvorstellbare erbarmende Lieben in die Menschenwelt: „Der Gekreuzigte betet um Erbarmen für seine Mörder“.
Das Gegeneinader in der Menschenwelt wirkte als erbarmungsloses Menschenwerk mit bedrohlicher Übermacht, mit Vergeltung und mit Rache. Der Gekreuzigte hat die erbarmende Lieben vom Himmel in unsere Welt gebracht und damit die Übermacht der Menschenwerke, die Vergeltung und die Rache überwunden. Für das finstere Menschenwerk der Kreuzigung war das Urteil vom Oberrichter der Übermacht, dass der Beschuldigte unschuldig ist und dass er gekreuzigt wird.
Hätte das damalige Denken von Übermacht, von Vergeltung und Rache dazu so etwas erfunden, wie das Gebet der erbarmende Liebe des qualvoll Sterbenden am Kreuz: „Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun.“ So kurz, so einfach und so ergreifend beginnt der Weg des Glaubens mit der erbarmenden Liebe.
Und danach? Es ging manches so weiter wie vorher mit Menschenwerken durch Übermacht, Unterdrückung, Eroberung, Vergeltung und Rache. Leider geht bis heute noch manches so weiter. Aber auch der Weg der erbarmenden Liebe geht weiter und auch der Himmel ist immer noch da mit erbarmender Liebe. Sehen das vielleicht nur Optimisten so?
Es ist begründet und lohnt sich so Optimist zu sein: Bei uns Menschen gibt es die wunderbare Begabung für Intelligenz und Können, um eine interessante Menschenwelt mit Lernfreude und Lebensfreude zu gestalten. Und die erbarmende Liebe des Himmels können wir verwirklichen mit unserer humanen Begabung für menschenfreundliches Miteinander, menschenfreundlichen Frieden und menschenfreundliche Freiheit.