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Die Gestaltung unserer Welt wurde zum großen Teil von Menschenwerken bewirkt. Unsere heutige Welt ist geschichtlich überwiegend in einem Zustand von Menschenwerken. Wir sollten mehr darüber lernen, was durch Menschenwerke entstanden ist und bewirkt werden kann, um unsere mögliche und wirklich Beteiligung bei der Gestaltung unserer Welt zu erkennen. Geschichte und Tradition sind auch eine Überlieferung von Menschenwerken. Spätere Generationen haben keine Verdienste an dem guten Erbe der Vergangenheit, aber auch keine Verantwortung für das Versagen oder gar für menschenfeindliche Vorgänge in der Vergangenheit. Aber spätere Generationen können manchmal gar nicht und manchmal nur mühsam der Last aus der Vergangenheit ausweichen. Manche Last aus der Vergangenheit muss zunächst getragen werden, um sie dann zu bewältigen.
Mit Revolten wird oft viel, zu viel zerschlagen, um dann scheinbar eine ganz neue, perfektere Welt herbeizuführen. Dabei gibt es viele unschuldige Opfer, viel unnötige Zerstörung. Revolten sind Menschenwerke in der alten Kriegstradition von der dunklen Seite unserer Geschichte. Die Revolten des zwanzigsten Jahrhunderts waren so etwas wie der dritte Weltkrieg, mit vermutlich so vielen Opfern und so viel Grausamkeit wie in den zwei Weltkriegen.
Kriege, Revolten, menschenfeindlicher Terror das sind Menschenwerke. sind die schrecklichsten Menschenwerke von der dunklen Seite unserer Geschichte. Und auch darüber sollte man und wird man immer wieder noch lange erschrecken, dass es ideologische und propagandistische Verherrlichung von Kriegen, Revolten und Terror gibt. Dürfen wir hoffen, dass es in einer humanen Neuzeit das humane Menschenrecht auf Frieden geben wird zum Schutz gegen Krieg, Revolten und Terror.
Soll zum Beispiel ohne Revolte alles immer bei Alten bleiben zum Nachteil des Volkes? Die intelligente, besonnene, humane Veränderung unsere Welt ist ein schon oft gelungenes Menschenwerk in der Wissenschaft, beim Recht, in der Religion und in der Gesellschaft. Leider wird zu wenig bewusst gemacht, wie viel dabei schon gelungen ist und wie viel erst recht noch gelungen kann mit Humaner Bildung, mit humaner Politik, mit humaner Religion. Die humane Begabung der Menschen wurde in der Vergangenheit oft zu wenig erkannt, zu wenig gefördert und zu wenig gebildet. Das war nicht nur in breiten Schichten des Volkes so. Auch bis zu den Spitzen der Macht und der Lehre wurde Humane Bildung kaum erwähnt, weil man vielleicht darüber nichts wusste oder nichts wissen wollte. Von diesem Nichtwissen kam viel Unheil durch Menschenwerke in der Vergangenheit bis hinein in die Gegenwart.
„Humanismus“ ist so etwas wie romantisches Träumen oder eine romantische Sehnsucht von Einzelnen oder von einer Minderheit in der Vergangenheit. Davon blieb bis in die Gegenwart Humanismus als Erinnerung an damalige Träume und Sehnsucht. – „HUMAN“ ist mehr geworden als früherer „Humanismus“: „HUMAN“ ist jetzt kein Fremdwort mehr, es ist ein beliebtes und geschätztes Wort für das, was das gut, hilfreich und menschenfreundlich ist. Die besten Menschenwerke waren früher auch ohne diese Bezeichnung die „humanen“ Werke. Jetzt haben wir wie ein bewusstes Bekenntnis dazu in der allgemeinen Umgangssprache: das menschenfreundliche Wort „human“ für gute, hilfreiche Menschenwerke. Dürfen wir hoffen, dass auch damit der Weg bereitet ist für die allgemeine HUMANE BILDUNG, für die HUMANE NEUZEIT in der HUMANEN WELT für alle.