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Es könnte im 20. Jahrhundert gewesen sein, dass ein Schüler den Lehrer fragte: Wann lernen wir Orientierungswissen? Der Lehrer überlegte, aber es kam keine Antwort. Jemand hat nach zwei vollen geisteswissenschaftlichen Studiengängen an der Universität überlegt, was lernen wir darüber, woher wir kommen, wie haben wir uns entwickelt, wer, wie und was sind wir. Das Wort Orientierungswissen hörte man früher selten oder gar nicht. Orientierung war mehr ein örtlicher Begriff, ein Begriff für den Verkehr. Orientierungswissen könnte ein bedeutsamer Wissensbereich für unsere Bildung sein, für Wissen worauf es ankommt, damit wir uns besser auskennen mit uns selbst, mit der Wirklichkeit um uns und über uns hinaus. Es hängt viel davon, ob und wie wir uns mit selbst auskennen und ob wir uns mit dem Wissen auskennen, das es bei uns Menschen und über uns Menschen gibt.
Müsste man dazu dann viel lernen? Für das notwendige Orientierungswissen brauchen wir Bildungshilfe wie auch bei anderem Lernen. Dürfen wir hoffen, dass jetzt die notwendige HUMANE BILDUNG mehr und mehr wie Schulbildung und Berufsbildung beachtet und geboten wird auch mit Lerninhalten von Orientierungswissen. Mit dieser Bildungshilfe können wir Menschen fähig werden geistigen Wohlstand zu finden. Es kann auch hilfreich und lebensnotwendig sein mit Orientierungswissen das geistig zu bewältigen, was es an solidem Wissen, an vorläufigem Wissen, an Scheinwissen über uns Menschen gibt.
Hierzu gehört auch dies, woher wir kommen, wie sind wir entstanden, wie haben wir uns entwickelt, wo gehören wir hin. Dazu gibt es manche geläufige Informationen, die manchmal wie allgemein anerkanntes und selbstverständliches Allgemeinwissen behandelt werden. Zu solidem Orientierungswissen gehört auch dieser Überblick über die Geschichte von uns Menschen, dass von den möglichen vielen Jahrtausenden oder von den Jahrmillionen unserer Vergangenheit es bis jetzt eine erforschbare Geschichte von nur einigen Jahrtausenden gibt. Die Zeit vor der uns bekannten Geschichte von einigen Jahrtausenden ist unsere Vorgeschichte oder Urgeschichte.
Über Entstehung und Entwicklung in der Urgeschichte gibt es bis jetzt nur Deutungswissen, Interpretationswissen. Begriffe und Bezeichnungen von diesem Interpretationswissen werden oft so gebraucht und behandelt, wie wenn das bewiesenes Sachwissen wäre. Gerät so das Interpretationswissen vielleicht manchmal, ohne es beabsichtigen, in den krititkfernen Wortschatz von ideologischen Behauptungen? Für unser Orientierungswissen ist es zutreffend und hilfreich das Interpretationswissen über Entstehung in der Vorgeschichte und Urgeschichte mit intellektueller Bescheidenheit als Deutungswissen aus der Sicht von Einigen oder von Einzelnen zu behandeln. Es wäre doch peinlich, wenn daraus ein nahezu absolutes Orientierungswissen werden sollte, um die Sicht zum Ursprung und zur Entwicklung aus der großen geistigen Wirklichkeit vor uns und über uns zu verwehren.
Das Orientierungswissen zur großen geistigen Wirklichkeit vor uns, über uns, vor allem und über allem - ist Glauben. Aber gerade das wunderbare moderne Wissen kann mit besinnlicher Aufgeschlossenheit auch zum Orientierungswissen führen über den Ursprung, die Entwicklung und das Weiterbestehen durch die große Intelligenz und das große Können in der großen geistigen Wirklichkeit vor uns, über uns, vor allem und über allem.