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Für diese Frage werden wir manchmal auch bei langem und gründlichem Nachdenken immer wieder zu dem Ergebnis kommen: „Wir wissen es nicht.“ Im Vergleich zu früheren Jahrhunderten haben wir jetzt schon viel mehr Einzelwissen. Aber wenn es mehr um letzte Fragen geht, kommen wir anscheinend an Grenzen für unser mögliches Wissen. Seit etwa zwei bis drei Jahrhunderten gibt es immer mehr Einzelwissen durch Forschung und Wissenschaft.
Manche wagten dadurch die Voraussage, dass wir mehr und mehr wissen werden, bis wir schließlich alles wissen. Wahrscheinlicher ist wohl dies: Unser Wissen wird, gemessen an dem, was es in der großen ganzen Wirklichkeit gibt, immer gering bleiben, manches oder vieles werden wir mit unserer begrenzten Begabung nie wissen. Das erweist sich jetzt schon bei einigen Fragen und vermutlich wird das auch in der Zukunft so sein?
Warum gibt es das große Weltall mit Milliarden Sonnen, mit Milliarden Welten in fortwährenden Geschwindigkeiten und mit Energien in Millionen und Milliarden, in Entfernungen von Millionen und Milliarden? Warum gibt es die wunderbare Erde, mit der Schönheit und den Wundern der Natur, mit den wunderbaren Lebewesen, mit der wunderbaren Menschenwelt, mit dem wunderbaren menschlichen Leben? Warum gibt es auf der Erde Milliarden Lebewesen? Warum gibt es all die wunderbaren Organe, die Milliarden Lebenszellen in allem Leben? Warum gibt es in allem Milliarden Atome? Warum gibt es diese und jene Lebewesen, die ganze Vielfalt des Lebens? Warum gibt es uns Menschen mit dieser unserer Begabung für Intelligenz und Können? Mancher hat dazu vielleicht für diese oder jene Frage eine schnelle oder zu schnelle Antwort. Aber oft bleibt bei solchen Antworten die Frage jetzt noch immer oder vielleicht für immer.
Wissen ist ein großer, ein hilfreicher und schöner Reichtum für uns Menschen. Wissen befreit uns von geistiger Verarmung. Das Gegeneinander bei uns Menschen hat sich in unserer Geschichte so ausgebreitet und ist so mächtig geworden, weil es bis in die moderne Zeit einen Mangel an humanem Wissen gab. Die Morgenröte des humanen Wissens gibt es durch Weisheit aus der Antike und seit zweitausend Jahren durch den menschenfreundlichen Glauben, dass wir Menschen Brüder und Schwestern in der einen Familie unseres Vaters im Himmel sind. Das humane Wissen in diesem menschenfreundlichen Glauben ist Liebe: Gott und den Himmel wirklich lieben, einander lieben wie uns selbst, auch das Gegeneinader beenden in der Liebe zu den Feinden. Mit diesem humanen Wissen heißt es auch: Diener statt Herren sein, Diener des Erbarmens zu sein.
Für diesen Glauben, für dieses Wissen sind wir begabt. Mit diesem humanen Glauben und diesem humanen Wissen haben wir auch geistigen Frieden in humaner intellektueller Bescheidenheit.