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Wann fragen wir Menschen so? Meist wenn wir in Bedrängnis geraten? Sollten wir mal darauf achten, wann und wo diese Frage in uns umgeht? Könnte das vielleicht sogar ein Hauptthema für unsere Bildung sein? Es fängt schon in der Kindheit an, wenn wir uns und andere damit beschäftigen, was wir werden wollen. Kann es sein, dass jemand bis ins fortgeschrittene Alter sogar im Gebet eine Bitte für sich zu dieser Frage hat? „Bitte, dass mein Leben so wird, wie es vom Himmel her sein soll.“ Ein Grund dazu ist nicht der Wunsch ein Heiliger zu werden.
Nach den Erfahrungen in den meisten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts gibt es viele Erinnerungen daran, was aus uns Menschen werden kann. Dabei sind Erlebnisse vom Glück, vom Leid, von Erfolg, von Scheitern, von Bedrohung, von Katastrophen, von Hilfe und von Rettung. Um was soll man für sich im fortgeschrittenen Alter noch beten? Die Hoffnung bleibt uns, dass wir im Gebet manches mittragen können.
„Dein Wille geschehe“, so beten viele täglich. Ein Alter betet dazu noch so: „Bitte, dass mein Leben so wird, wie es vom Himmel her sein soll“. Daraus ergab sich diese Erkenntnis: Vieles ist so wunderbar, so sinnvoll, so schön und gut, weil es so ist, wie es vom Himmel her sein soll.
Wir Menschen können vieles eigenmächtig bewirken und verändern, ja sogar verderben. Wir sind keine Roboter des Himmels. Im christlichen Glauben gibt es das schöne Bild vom Bund Gottes mit uns Menschen. Könnte man dasselbe auch so sagen: Wir Menschen können Partner des Himmels sein. Mit unserer Begabung kann uns dabei vieles gut gelingen. Für die HUMANE BILDUNG wäre das ein hoffnungsvoller Bildungsprogramm: Partner des Himmel zu werden. Vielleicht klingt das für manche zu einfach und zu religiös. Wenn wir dagegen keine Vorurteile haben, wenn wir darauf mit offener Bereitschaft eingehen, kann daraus eine reiche humane Bildung werden: Mit unserer humanen und religiösen Begabung, mit unserer Intelligenz, mit unserem Können Partner des Himmels zu sein - das kann der Start und die Verwirklichung der Humanen Neuzeit werden.
Ist das realistisch? Warum soll dies die Hauptwirklichkeit bei uns Menschen sein: die bisherige Geschichte mit all dem Gegeneinander, mit viel unnötigem Leiden und Sterben, mit viel Verarmung, auch geistiger Verarmung der Völker? Die Menschenwelt gehört zur wunderbaren großen Wirklichkeit. Durch das moderne Wissen lernen wir wie wunderbar, wie groß die Wirklichkeit über uns, um uns und in uns ist. Dabei mit unserer humanen Begabung, mit unserer Intelligenz und mit unserem Können Partner der wunderbaren, großen Wirklichkeit zu sein, das ist doch eine schöne und große Hoffnung.
Was wird aus uns? Darauf gibt es düstere, entmutigende Antworten. Wenn man nur die Leidenswege der Völker in der Vergangenheit bis in die Gegenwart als einzig mögliche Wirklichkeit betrachtet, dann könnte das alte Gegeneinander mit der jetzigen Vernichtungsmacht und mit den jetzigen Propagandisten des alten Gegeneinanders das bevorstehende Ende unserer Geschichte in dieser Welt bedeuten.
Der Himmel braucht uns Menschen nicht als Kämpfer im alten Gegeneinander. Beim Himmel sind wir Partner im menschenfreundlichen Glauben, Partner in menschenfreundlicher Bildung, Partner in menschenfreundlichem Wohlstand, in menschenfreundlichem Frieden, in menschenfreundlicher Freiheit.