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Woher kommt dieses Thema? So oder ähnlich wurde es bedeutsam gesagt. Sollen wir das übergehen, weil wir zunächst nicht wissen, was wir dazu bedenken könnten. Wo gibt es Informationen zu diesem Thema, die uns zugänglich und hilfreich sind? – Auch dieser Weg ist möglich: Jeder von uns hat doch Erinnerungen an die eigene Kindheit. Kinder gehören zu unserem Umfeld, zu unserem Alltag. Um über Kinder und Kindheit nachzudenken, muss man nicht zuerst Situationen mit Kindern suchen. Wir könnten und sollten genügend Erfahrungen haben um über Kindheit und Kinder nachzudenken, um zu erkennen, ob dieses Thema etwas für uns Erwachsene bedeutet. Vielleicht kommt jemand zu einer anderen Lösung mit diesem Thema, für die es eine verbreitete Zustimmung gäben könnte: Kinder werdet wie die Erwachsenen. Die meisten Kinder wollen das ohnehin und so sagen sie es: „Wenn ich groß bin … So sagen sie es mit Interesse und mit Hoffnung: „Wenn ich groß bin …“
Bringt uns dieser Wortlaut vielleicht auf eine Spur, was das für uns Erwachsene bedeuten könnte: Werden wie die Kinder? „Wenn ich groß bin …“ ist unbewusst ein Bekenntnis klein zu sein. Die Kinder verstehen das so, wie es auch wirklich ist, dass sie eben noch klein sind. Bei Erwachsenen kann es die Entwicklung geben, bei der sie erkennen, dass sie immer noch klein sind und dass sie klein bleiben wollen. Hier deutet sich eine große Hoffnung für uns Menschen an.
Durch unseren egozentrischen Naturzustand gibt es in uns unter anderem auch den Drang nach Geltung. Das hilft uns immer wieder unseren Platz im Umfeld, im Leben und in der Welt zu finden. Für unseren egozentrischen Naturzustand brauchen wir in unserer geistigen Entwicklung die Hilfe humaner Bildung, damit wir uns immer wieder einfügen in das Miteinader bei uns Menschen (integrieren!). Wo und wann lernen wir bewusst, wie das geht, immer wieder seinen Platz zu finden und zu behalten und sich dabei auch in das Miteinander einzufügen?
Unseren Platz finden und behalten wird sich mit humaner Bildung so ereignen, dass wir uns dabei nicht überhöhen, um uns in das friedliche und freundliche Miteinander einzufügen. Kinder sind noch frei von derartigen eigenen Überhöhungen. Sich in das friedliche und freundlich Miteinander einzufügen, gelingt ihnen immer wieder noch unvollkommen, weil sie auch das, wie vieles andere, noch lernen müssen. Jedenfalls sind Kinder noch frei von den Überhöhungen bei den Erwachsenen, durch die es so viele unnötige, auch unfreundliche Beurteilungen gibt, so viel unnötige Konkurrenz gibt, so viel Neid, so viel Hass und so viele Machtkämpfe gibt. Die Überhöhungen bei uns Menschen sind die Ursache für schreckliche Machtkämpfe, für überflüssigen Luxus, für Verschwendungen und als Folge davon Unfreiheit, Armut, viel Elend bei den Völkern durch Generationen rund um die Erde.
Kinder erleben wir oft als lieb. Was ist so lieb an Kindern? Einiges! Dazu gehört vermutlich auch dies: In den Kinder lauert noch nicht der Drang nach Überhöhung. In ihnen ist noch nichts von der Tücke der Überhöhungen, die sich in der Welt der Erwachsenen ausbreitet und viel Elend bei uns Menschen verursacht. Muss es in der Welt der Erwachsenen so werden und so bleiben? Wir Menschen sind in der ganzen großen Wirklichkeit trotz unserer Begabung, trotz unseres immer noch kleinen Wissens, trotz unserer immer noch kleinen Geltung und Macht, trotz unsere Weltgeschichte und Geistesgeschichte immer noch klein, fast so klein wie die Kinder.
Wenn wir gerne so klein bleiben wie wir wirklich sind, auch mit unserer Geltung, wenn mit unserem jetzt größeren Wissen klein bleiben in der großen Wirklichkeit um uns, über uns - dann wird unsere Welt die Welt der friedlichen und freundlichen lieben Kinder Gottes.