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Im vergangenen Jahrhundert mischte sich ein heranwachsender Junge in die Gespräche der Erwachsenen ein mit dieser Frage: „Warum sprecht Ihr meist über die anderen?“ Betroffenes Schweigen war zunächst die Antwort. Aber einer wusste dann diese Antwort, der alle zustimmten: „Worüber sollen wir sollen wir sonst sprechen?“ Wahrscheinlich könnte man rund um die Erde die Menschen so fragen und dann öfter die erwähnte Antwort bekommen. Muss es so sein und bleiben, dass Gespräche über andere ein Hauptthema sind? Wenn wir schon gerne oder am liebsten über Menschen sprechen, dann wäre es doch auch so möglich, dass wir nicht über diesen oder jenen sprechen, sondern über uns Menschen.

Dabei würde sich auch einiges über das Lernen ergeben: Vieles ist sehr interessant für uns, weil wir durch unsere Intelligenz einen Zugang zu vielem haben. Mit unserer vielfältigen Aufmerksamkeit und mit unserem Verständnis können wir vieles beachten und mit vielem umgehen. Die Begabung für das Lernen ist nicht nur eine Möglichkeit für Berufstätigkeit; mit der Begabung für Lernen kann es allgemeinen geistigen Wohlstand geben. Bis zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts gab es das Wort Wohlstand in der Umgangssprache selten. Damit hätte man wahrscheinlich mehr die Reichen gemeint. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand in Mitteuropa ein fast allgemeiner Wohlstand.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts hörte man von allgemeinem geistigem Wohlstand wenig. Viele haben davon noch nie etwas gehört. Könnte das 21. Jahrhundert der Beginn eines allgemeinen geistigen Wohlstandes werden? Die Voraussetzungen dafür sind günstig. Menschen können viel lernen und Menschen wollen viel lernen, wenn das Lernen nicht erschwert wird. Allgemeines Lernen hat im 19. Jahrhundert mehr und mehr begonnen und hat sich im 20. Jahrhundert in vielen Ländern zur allgemeinen Schulbildung entwickelt. Lange Zeit, durch Jahrhunderte oder gar Jahrtausende, gab es anscheinend da und dort zufällige Lernerfolge. Nach und nach wurden Lernerfolge mehr und mehr allgemeine Erfahrungen. In der Neuzeit wurden Lernerfolge verbreitet zu Lernerfahrungen der Völker. Mit den Lernerfahrungen der allgemeinen Schulbildung sind wir seit dem 19. und dem 20. Jahrhundert auch noch nahe bei den Anfängen. In manchen Ländern wird jetzt erst der Anfang verwirklicht.
Das 21. Jahrhundert sollte der Anfang der allgemeinen HUMANEN BILDUNG in allen Ländern werden. Dieser Anfang wäre einfach und überall möglich. Damit lernen wir das schöne und gute Miteinander, damit lernen wir Lebensfreude, Lernfreude und Glaubensfreude.

Beachtliche Lernerfahrungen haben wir in der modernen Welt mit der Technik. Das ist eine verheißungsvolle Hoffnung: Wenn wir miteinander mehr und mehr Lernerfahrungen machen für das allgemeine Lernen und für manches besondere Lernen und für die allgemeine HUMANE BILDUNG, dann könnte das 21. Jahrhundert das menschenfreundliche Jahrhundert der Freiheit, des Friedens, des humanen Lebens für alle werden.