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Was als Recht gelten muss, wurde lange Zeit von Einzelnen oder von einer Minderheit bestimmt. Die Macht dazu haben sie erobert. Das Recht moderner Staaten mit zeitgemäßer Entwicklung ist im Wesentlichen enthalten in einer geschriebenen Rechtsordnung. Im Rechtsstaat gilt die Rechtsordnung für die Mächtigen genauso wie für jeden Einzelnen. Von den Rechtsquellen her wird die Entstehung und die Art des Rechts bestimmt und auch die Rangordnung der Rechtsinhalte. Gesetze sind die wichtigste Rechtsquelle. Rechtsverordnungen oder Satzungen sind auch Rechtsnormen, aber nicht gleichrangig mit Gesetzen. Für die Rechtsquellen des geschriebenen Rechts gilt diese Rangfolge:

Gesetz > Rechtsverordnung > Satzung

In unserer Rechtsordnung gibt es neben dem geschriebenen Recht dazu nicht noch einen weiteren umfassenden Rechtsbereich des ungeschriebenen Rechts. Vom Naturrecht und vom Gewohnheitsrecht als ungeschriebenes Recht bei uns gibt es keine verfasste und geschriebene Rechtsquelle. Naturrecht als für jede Verfassung und jedes Staatswesen vorgegebenes Recht ist allgemeines Menschenrecht oder Quelle der Menschenrechte in der Rechtsphilosophie und in der Allgemeinen Staatslehre. – Das Problem des Gewohnheitsrecht in unserer Rechtsordnung: Das Recht nach unserer Rechtsordnung ist fast vollständig und umfassend in geschriebenen Rechtsnormen geregelt. Gewohnheitsrecht - das sind Ergänzungen und Lücken zum gesetzten Recht. Kein Gewohnheitsrecht gibt es bei uns im Strafrecht (Rechtsprinzip: „Keine Strafe ohne Gesetz“; dazu auch Art. 103 Abs. 2 GG und § 1 StGB). - Das Verfassungsgesetz hat die höchste Rangordnung als Rechtsquelle. Bei uns sind dies seit 1949 die Rechtsnormen im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG). Thematischer Inhalt: Grundrechte, Art und Form des Staatssystems, Organisation und Kompetenz Staates und der zuständigen Organe. Im Grundgesetz ist eine Änderung nur möglich mit der Zustimmung von zwei Dritteln der Stimmen des Bundestages und des Bundesrates. Nicht geändert werden können ganz wesentliche Bestimmungen des Grundgesetzes (Art. 79 Abs. 3 GG). – Die einfache Mehrheit kann einfache Gesetze beschließen (die meisten Rechtsgebiete). Was Rechtens ist, entscheidet das materielle Recht. Zivilrecht, Strafrecht, Verwaltungsrecht, eigentlich das gesamte Recht ist materielles Recht, ausgenommen das formelle Recht. Formelles Recht ist das Verfahrensrecht, das Zustandekommen des Rechts, das förmliche Gesetzgebungsverfahren.

Rechtverordnungen sind auch geschriebene Rechtssätze, sind deshalb im materiellen Sinn Gesetze wegen der abstrakt-generellen Regelungen. Rangordnung: Verfassungsgesetz, einfaches Gesetz, Rechtsverordnung. Keine formellen Gesetze sind Rechtsverordnungen, weil sie nicht im förmlichen Gesetzgebungsverfahren zustande kommen. Erlassen werden Rechtsverordnungen von der vollziehenden Gewalt (Exekutive).

Vergleich:
Formelle Gesetze: erlassen von der gesetzgebenden Gewalt, von der Legislative; längerfristige, grundsätzliche Regelungen.
Rechtsverordnungen: erlassen von der vollziehenden Gewalt (Exekutive); Regelungen von veränderlichen Details für rasche Anpassung; Verfahrensvorschriften gibt auch für das Zustandekommen von Rechtsverordnungen.
Verwaltungsvorschriften sind keine Rechtsquelle und von Rechtsvorschriften zu unterscheiden. Es handelt sich um innerbehördliche Weisungen, Verpflichtungen für die Verwaltungsorgane.