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Das Thema hier, die Überschrift, wird überzeugend beim Studium der geistreichen Inhalte des Buches von Hans Albrecht Hesse, „Das Recht der Bundesrepublik Deutschland“, (Heidelberg, 1984, ISBN 3-8114-1584-0). Mit diesem Buch ist es geistreich, schön und hilfreich das Recht zu studieren. Damit findet man auch den kritischen Abstand, „wenn das Recht zu rein-technischen Regelungen benutzt wird, wenn die Worte nur noch dazu dienen sollen, Beziehungen berechenbar zu machen, verliert das Recht, verliert die Rechts-Sprache ihre Qualität als Menschenwort, schrumpft sie auf den technisch-apparativen Rest zusammen,“ („….fachlich-technische Rationalität“….) …. S. 192. Hier knüpft Hesse an ein Zitat von Max Weber an, mit dem er auf Seite 1 in sein Buch einführt. Die Stichworte „Versprachlichung und Verrechtlichung“ bei Hesse (S.193) sagen einiges aus über die Probleme, die sich in der Entwicklung und Ausbreitung des Rechts ergaben.

Was ist Recht? Was ist Gerechtigkeit? Diese Themen der Rechtsphilosophie gab es als Fragen schon in der Antike bei Aristoteles. Allgemein wurde das Recht aus der Natur des Menschen im 17. und 18. Jahrhundert abgeleitet. Das war die Zeit des klassischen Naturrechts. Die Menschenrechte sind ein bedeutsames Erbe des Naturrechts. Das Naturecht wird durch die Vernunft begründet, hervorgebracht, deshalb bezeichnet man es auch als Vernunftrecht.
Seit Thomas Hobbes („Leviathan“ 1651) mit seiner Auffassung von der Natur des Menschen gibt es einen Anlass mehr zu bedenken, wie notwendig humanes Recht ist. Nach Hobbes wird der Mensch in seiner Natur von der Sucht nach dem Glück und nicht von Vernunft und Geselligkeit bestimmt. Nur wenn man mächtig ist, könne man sich dieses Glück verschaffen. Im Naturzustand, vor der Entstehung des Staates, gibt es das „Gesetz“ der Wildnis, das Chaos, der Krieg aller gegen alle, so Hobbes. Die Menschen bleiben dabei noch so vernünftig, dass sie ihre Wolfsnatur einem Oberwolf überlassen: "dem Staat". So erlangt der Staat das Monopol der Gewalt. Für den Staat gibt es dabei den Namen „Leviathan“, der Name eines biblischen Ungeheuers. Dadurch soll Frieden möglich werden, weil die Menschen sich einigen, den Staat zu gründen, und weil dann einer befiehlt, wird Frieden möglich. So würde Recht entstehen. Kommt davon die Auffassung vom Recht als Befehl (auf Englisch: command)? (Auswirkungen der „command theory“?)

Bei Hugo Grotius (1625) ist das Naturrecht ein System gerechter Regeln, inhaltlicher Gerechtigkeit. - Hobbes legitimiert mit seiner Rechtslehre nur die Existenz des Staates und damit ein formales Recht. Von der Staatsmacht wird der Inhalt bestimmt, bei Hobbes. Legitimiert das den absolutistischen Staat des 17. und 18. Jahrhunderts?
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die bürgerliche Gesellschaft. Dazu gehört der Philosoph Immanuel Kant (1724 – 1804), der Philosoph der Freiheit. Für Moral und Freiheit kommt es bei ihm auf die innere Haltung des Einzelnen an. In seiner Rechtsphilosophie ist Recht die äußere Bedingung für Freiheit, und Moral gehört als innere Haltung dazu. Es kommt auf die Gesellschaft und den Einzelnen an. Zeigte sich damit am Anfang des 19. Jahrhunderts schon der Weg zum heutigen Rechtsstaat an?