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STAATSFORMBestimmen die Herrscher, also Einzelne oder einige wenige die Staatsform? Die Weltgeschichte ist in weiten Teilen so verlaufen. Die Staatsform in der Bundesrepublik Deutschland ist auf dem jetzigen humanen Entwicklungsstand der Demokratie. So wird es in diesem Satz des Grundgesetzes erklärt: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“
Vom griechischen Philosophen Aristoteles ist uns schon aus der Antike eine klassische Typologie von sechs Staatsformen überliefert: Monarchie, Aristokratie, Politie, Demokratie - Tyrannis und Oligarchie. Von Niccolo Machiavelli (Italien, 1469–1527) stammt diese Unterscheidung: Alleinherrschaften (Autokratien) und Freistaaten (Republiken). Sein Hauptwerk heißt: „Il (il) Principe“ (Der Fürst). Damit ist er immer noch der berüchtigte Theoretiker des total weltlichen Machtstaates mit der speziellen Moral der „Staatsnotwendigkeit“, in abgehobener Bezeichnung „Staatsräson“ genannt. – Jetzt unterscheidet man die Staatsformen meist so: Diktatur und Demokratie. Bei den Diktaturen wollen die Diktatoren nicht so genannt werden oder gar Alleinherrscher (Autokraten) genannt werden. Sie lassen sich gerne Präsidenten nennen.
Die jetzigen Staatsformen der Demokratien sind meist parlamentarische und präsidentiale Republiken oder auch moderne parlamentarische konstitutionelle Monarchien. Grundlegende Elemente der Demokratien sind: freie Wählbarkeit und Abwählbarkeit der Herrschenden durch das Volk.

Einheitsstaat Der zentralistisch organisierte Staat, ein Staat ohne Gliedstaaten, ist ein Einheitsstaat oder Zentralstaat Beim Zentralismus gibt es weniger Zwischeninstanzen als beim Föderalismus oder gar beim Partikularismus (Kleinstaaterei). Eine, zentrale politische Entscheidungsebene ist ein Hauptmerkmal des Zentralstaates. Lokale Behörden sind Ausführungsorgane des Zentralstaates - Dezentralisierung und Föderalisierung verbreiten sich fortwährend. Anscheinend wird auch Subsidiarität mehr und mehr erkannt und anerkannt. Subsidiarität ist so zu verstehen: Von der umfassenderen Gesellschaft sollen die Glieder der Gesellschaft nicht verdränget, nicht ersetzt oder dominiert werden, sondern nur ergänzt und gefördert werden. Von der kleineren Gruppe sind alle Aufgaben zu bewältigten, die dort möglich sind. (Familie vor der Gemeinde, Gemeinde vor dem Staat, der Gliedstaat vor dem Gesamtstaat). Der Einheitsstaat ist noch sehr verbreitet: Es gibt über 40 davon.

Föderalismus Ein Bundesstaat mit Gliedstaaten (Länder) wird als föderalistische Staatsform bezeichnet. Die Gliedstaaten bilden den Bundesstaat. Die Bezeichnung „föderalistisch“ kommt vom Lateinischen: „foedus, foedera“ = Bund, Bündnis. Länder, Bundesländer, Kantone oder Bundesstaaten: das sind die Gliedstaaten. Diese überlassen ihre staatliche Souveränität dem Gesamtstaat. Ihre Staatlichkeit bleibt aber bestehen als Gebietskörperschaft. Zuständigkeit des Gesamtstaates: Einheit und Bestand des Ganzen. Zuständigkeit der Gliedstaaten: Selbstbestimmungsrecht in ihren Kompetenzbereichen (in Deutschland z.B. Bildung, Polizei); eigene politische Organe und eigene Kompetenzen zur Regelung ihrer Angelegenheiten. Die Rechte dafür werden nicht vom Zentralstaat gewährt oder abgeleitet. - Auch der Gesamtstaat hat im Föderalismus (im Gegensatz zum Staatenbund) eigene Kompetenzen, die nicht von den Gliedstaaten abgeleitet oder abhängig sind. Föderalismus ereignet sich zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung und als Abgrenzung vom Zentralismus und vom Staatenbund.