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Föderale Staaten haben eine breitere demokratische Basis in der Verfassung: Für die Änderung der Verfassung ist die Mehrheit der Gliedstaaten und die Mehrheit der gesamtstaatlichen Legislative erforderlich. Auch für die Bürger gibt es eine breitere demokratische Beteiligung durch Wahlen des gesamtstaatlichen Parlaments und des gliedstaatlichen Parlaments.

Gebietskörperschaft ist zunächst eine juristische Person und dazu eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Gebietshoheit (Territorium). Zur Bundesrepublik Deutschland und zu den einzelnen Ländern als Gebietskörperschaften gehört noch die Staatsqualität. Im vertikalen Verwaltungsaufbau Deutschlands gibt es folgende Gebietskörperschaften: Bund, Bundesländer, Regierungsbezirke, Landkreise, Städte und Gemeinden.

Staatsbürgerschaft (auch Staatsangehörigkeit oder Nationalität). Die Mitgliedschaft in einem Staat ist die Staatsbürgerschaft. Dazu gehören folgende Merkmale: die dauerhafte Rechtsbeziehung zwischen dem Staat und einer Person und der Rechtsstatus dazu. Die Staatsbürgerschaft gilt nicht nur im Inland, sondern über Grenzen hinaus durch Anerkennung von anderen Staaten. Zur Staatsbürgerschaft gehört auch dieser Rechtsstatus: Schutz- und Abwehrrechte gegenüber dem Staat, konsularischer Schutz, Teilhaberechte am Staatsleben, Auslieferungsverbot. –
Die Unionsbürgerschaft (EU) nach Art. 17 EGV: Eine europarechtliche Erweiterung zur nationalen Staatsbürgerschaft (Freizügigkeit in der EU, konsularischen und diplomatischen Schutz durch alle EU-Mitgliedsstaaten, EU-Wahlen).
Wie werden wir Staatsbürger? Je nach überlieferter Staatspraxis erfolgt der Erwerb durch Gesetz (automatisch) oder durch Verwaltungsakt: I. Bei der Geburt wird die Staatsbürgerschaft der Eltern durch das Kind erworben (Abstammungsprinzip, ius sanguinis). II. Nach dem Territorialprinzip (ius soli) erhält jeder die Staatsbürgerschaft, der im Staatsgebiet geboren wurde III. Einbürgerung (Naturalisation): Die Staatsbürgerschaft wird durch Verwaltungsakt verliehen. - Mehrstaatigkeit oder multiple Staatsbürgerschaft: Jemand hat gleichzeitig mehr als ein Staatsbürgerschaft (etwa bei binationalen Ehepaaren oder bei Einbürgerungen). Verlust der Staatsbürgerschaft: Ist wie der Erwerb gesetzlich automatisch (de lege) möglich - z. B. Erwerb einer anderen Staatsangehörigkeit - oder durch Verwaltungsakt. Zur Stabilität der Staatsbürgerschaft gehört die Dauerhaftigkeit.

Staatstheorien erklären den Begriff des Staates: Entstehung, Formen, Wesen, Ziel, Aufgaben, Grenzen seiner Tätigkeit (juristisch, ethnisch, institutionell):
A. Antike Staatstheorien,
B. Staatstheorien der europäischen Neuzeit: Machstaatstheorien; idealistische Staatstheorien, Vertragstheorie; soziologischer und juristischer Staatsbegriff; Wohlfahrtsstaat; anarchische Staatstheorie; sozialistische Staatstheorien
C. Gegenwärtige staatstheoretische Debatte: Demokratietheorie; soziologische Theorie; Machtheorie, neoliberale Theorie.

Allgemeine Staatslehre durch bekannte Namen:
Georg Jellinek ( Leipzig1851 - Heidelberg 1911), österreichischer Staatsrechtler;
Meilenstein der deutschen Staatslehre: Allgemeine Staatslehre (1900)
Max Weber (Erfurt 1864 - München1920) deutscher Jurist, Nationalökonom, Soziologe, Mitbegründer der deutschen Soziologie (werturteilsfreie Wissenschaft)
Franz Oppenheimer (Berlin 1864 – Los Angeles 1943), zunächst Arzt, dann Soziologe, Staatssoziologie.