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Darf man den „Mut zur Lücke“ wagen, um das Lernen des Europarechts mit einer Übersicht als Lernhilfe zu beginnen? Zunächst gibt es zwei Themen: 1. Europäische Gemeinschaft (EG), 2. Europäische Union (EU). Der Umgang mit beiden Begriffen ist in der Rechtsliteratur noch nicht einheitlich. Die Medien berichten fast nur noch von der Europäische Union (EU. Zwischen Europäischer Gemeinschaft (EG) und Europäischer Union (EU) zu unterscheiden, darauf wird man beim Lernen des Europarechts achten. Im Weltgeschehen und in der politischen Wirklichkeit gehören Europäische Gemeinschaft und Europäische Union zusammen.

Europarecht im engeren Sinne betrifft die Europäisch Union zusammen mit den Europäischen Gemeinschaften. Europarecht im weiteren Sinne bezieht sich auf alle internationalen europäischen Organisationen. Im Europarecht muss man darauf achten, mögliche Verwirrungen zu vermeiden in der Benennung unterschiedlicher Organe und Institutionen. Für unterschiedliche Inhalte werden oft ähnliche oder gleiche Bezeichnungen gebraucht. Beispiele: Europarat (1949) völkerrechtliche Zusammenschluss von 10 europäischen Staaten; bis 2003 wurden es 45 Mitgliedstaaten; Ziel: Mehrung der allgemeinen wirtschaftlichen Verbindungen, Sitz Straßburg; Organe: Ministerkomitee der Außenminister; Beratende Versammlung: Vertreter aus Parlamenten der Mitgliedstaaten). – Europarat nicht verwechseln mit dem Europäischen Rat als Organ der EU. - Europäischer Gerichtshof in Luxemburg, Gerichtshof der Gemeinschaften, nicht verwechseln mit dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg (Europarat!).

Rechtsnatur der Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft: Das Bundesverfassungsgericht bezeichnete das Rechtsgebilde der Europäischen Union als einen „Staatenverbund“. Die Europäische Gemeinschaft (EG) ist kein europäischer Bundesstaat, sondern eine Staatengemeinschaft, eine supranationale Organisation, die supranationales Recht setzen kann (Rechtsgemeinschaft). Die EG ist eigenständiges Völkerrechtssubjekt.

Unionsrecht und Gemeinschaftsrecht: Eine neue Integrationsstufe wurde durch den Vertrag Maastricht (1993) über die Europäisch Union erreicht. Diesen rechtlichen Zustand sollte man weiterhin beachten: Durch die EU werden die Gemeinschaften nicht überholt oder abgeschafft. Die drei Gemeinschaften bestehen rechtlich selbständig weiter. Durch den Maastrichter Vertrag wurden Gemeinschaftsrecht und Unionsvertrag verflochten. Die bedeutsamen Unterschiede zwischen Gemeinschaftsrecht und Unionsrecht sind geblieben. Die EU gilt als eine internationale Organisation eigener Art. Es ist eine Kombination supranationaler Einrichtungen (die Gemeinschaften) in der Art völkerrechtlicher Zusammenarbeit, dabei bildet die EU dafür ein rechtliches Dach. Noch komplizierter wird es, wenn es heißt: Die EU hat (noch) keine Rechtspersönlichkeit.