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Ein spezielles Rechtsgebiet ist das Genossenschaftsrecht geworden, weil inzwischen Genossenschaften sehr verbreitet und bedeutsam sind (20 Millionen Mitglieder in Deutschland). - Das Genossenschaftsrecht gehört zum Gesellschaftsrecht. Für alle Gesellschaften, also auch für Genossenschaften, gelten die Vorschriften des BGB, es sei denn ein Spezialgesetz enthält eine Sonderregelung für die Genossenschaft.

Hier ist der Zusammenhang: Gesellschaftsrecht ist Teil des besonderen Privatrechts.

Zwei Gestaltungsprinzipien bestimmen das Gesellschaftsrecht im Vergleich zur Vertragsfreiheit im Privatrecht:
1. Numerus clausus des Gesellschaftsrechts; 2.Typenzwang des Gesellschaftsrechts.
Das bedeutet: Alle zulässigen Gesellschaften sind im Gesellschaftsrecht gesetzlich erfasst. Für die rechtliche Gestaltung gibt es im Gesellschaftsrecht abänderbare (dispositive) Vorschriften (abänderbar durch die Beteiligten) und zwingende (nicht abänderbare) Vorschriften. Als wichtige Rechtsquellen für das Gesellschaftsrecht gehören zum jeweiligen Spezialgesetz dazu aus dem Bürgerliche Gesetzbuch: BGB-Gesellschaft (§§ 705 – 740 BGB) rechtsfähiger Verein (§§ 21ff BGB)
nichtrechtsfähiger Verein (§ 54 BGB).

Nur mit diesen Merkmalen kommt eine Gesellschaft zustande:GesellschaftsvertragVerwirklichung eines gemeinsamen ZweckesFörderungspflicht Beiträge der Gesellschafter gehören zur Förderungspflicht und übergehen in das Vermögen der Gesellschaft (§ 718 BGB).
Eine eingetragene Genossenschaft (eG) – Merkmale:
Sonderform des Vereins, des wirtschaftlichen Vereins:
Dadurch ist eG juristische Person, selbst Rechträger (Recht zu klagen u. verklagt zu werden); Rechtsform angesiedelt zwischen
Personengesellschaft (konstante personelle Zusammensetzung)
u. Kapitalgesellschaft (Beteiligung an Entscheidungen und Gewinnverteilung hängt vom eingezahlten Kapital der Mitglieder ab).
Die Genossenschaften dienen der Förderung des Erwerbs oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder (§ 1 Genossenschaftsgesetz); Unterschied zum eingetragenen Verein einerseits und andererseits zu (bloßen) Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaft, Kommanditgesellschaft, Gesellschaft mit beschränkter Haftung).
Genossenschaft in Stichworten:
Zweck: Der gemeinsame Geschäftsbetrieb dient zur Förderung der Mitglieder.
Gründung: Eine schriftliche Satzung - vorgelegt von mindestens sieben Mitgliedern. Rechtsfähigkeit: Die eingetragene Genossenschaft (eG) ist als juristische Person Träger von Rechten und Pflichten.
Kapital: Die Höhe eines Geschäftsanteils ist in der Satzung festgelegt. Jedes Mitglied kann einen oder mehrere Geschäftsanteile zeichnen. Bei der Gründung ist kein festes Kapital erforderlich.
Das Gesellschaftsvermögen ist, weil die Genossenschaft als juristische Person gilt, das eigene Vermögen der Genossenschaft. Organe: Generalversammlung aller Mitglieder; Aufsichtsrat (mindestens 3 Personen); Vorstand: 2 +. Aufgaben der Organe: Die oberste Willensbildung ist die Generalversammlung. Von ihr wird der Aufsichtsrat gewählt. Der Vorstand kann von der Generalversammlung. oder vom Aufsichtsrat bestellt werden. Leiter der Genossenschaft ist der Vorstand; die Überwachung geschieht durch den Aufsichtsrat.