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WIE ENTSTEHT UNSER RECHT III (Fortsetzung)

Europarecht. Bei uns entstand mit der Bildung der Europäischen Gemeinschaft eine neue Rechtsquelle: das Europarecht - bis 1993 bei der Europäischen Gemeinschaft (EG), seit 1993 bei der Europäischen Union (EU). In Abgrenzung zum (internationalen) Völkerrecht wird das Recht der EG, jetzt der EU als supranationales Recht verstanden. Entscheidungsbefugbefugnisse beim Völkerrecht haben nur die einzelnen Staaten. Beim supranationalen Europarecht übertragen die Mitgliedstaaten auf die EG/EU Hoheitsbefugnisse (Befugnisse des Staates). So entstanden auch die eigenen Organe und eine eigene Ordnung der EG/EU für rechtlich verbindliches Wirken der EU auch gegenüber den Mitgliedsländern. Art. 24 Abs. 1 GG hat das Bundesverfassungsgericht so interpretiert, dass europäisches Gemeinschaftsrecht dem innerstaatlichen Recht vorgeht. Das Zustandekommen des Europarechts begründet primäres Gemeinschaftsrecht und sekundäres Gemeinschaftsrecht.
Rechtsquellen der Rechtsordnung
in der Bundesrepublik Deutschland

Geschriebenes Recht ungeschriebenes Recht Internationale

Rechtsnormen
Verfassungsgesetz Naturrecht Völkerrecht
(einfaches) Gesetz Gewohnheitsrecht Europarecht
Rechtsverordnung
Satzung
Sonderverordnung

VON DER RECHTSGESCHICHTE DER MENSCHENWie hat sich das Recht von den Anfängen entwickelt und ausgebreitet? Im Ablauf der Weltgeschichte und der Nationalgeschichte kann man eine Richtung in der Rechtsgeschichte vermuten: Von Vorrechten der privilegierten Minderheiten, vom überwiegenden Herrschaftsrecht durch Jahrhunderte, durch Generationen, durch Völker fast rund um die Erde zum humanen, zum sozialen, zum demokratischen Recht in der Gegenwart. Oder gab es davon schon einiges in der Vergangenheit? Auch von früher sind humane Rechtsauffassungen bekannt. Dabei gab es manches Gelingen, aber auch Verfolgungen. Sogar im zwanzigsten Jahrhundert mit den gelungenen humanen Verfassungen, mit den guten Aussichten für den Rechtsstaat bäumten sich die Übermächte der Unterdrückung und Verfolgung auf gegen den Bestand und die Ausbreitung des humanen des Rechts.
Diese Rechtstheorie, diese Rechtsphilosophie hätte es schon lange als verbreitete oder allgemeine Rechtsauffassung geben sollen:

Das Recht ist für die Menschen da.
Recht muss humanes Recht sein.
Die Verwirklichung des humanen Rechts politisch, juristisch und administrativ das ist der Rechtsstaat.
Bis zu dieser Sicht und bis zu dieser Verwirklichung des Rechts
ist es ein langer, leidvoller, schwerer Weg der Völker.