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Wer sind die Romanen? Das Urvolk zu einem Sammelnamen - das ist ein mühsames Suchen. Gab es überhaupt in der Verwandtschaft der Völker jeweils ein gemeinsames Urvolk? Gehört zu diesen Namen als Bezeichnung eines Urvolkes jeweils ein Fragezeichen: Indogermanen? Germanen? Slawen? Das sind Namen und Themen für viele Kapitel europäischer Geschichte und einer langen, vielfältigen europäischen Entwicklung.

Bei den „Romanen“ muss man zunächst dies klären: Das sind nicht die Römer, nicht die Rumänen und nicht die Roma. - „Romanen“ ist kein Sammelnamen für ein Volk oder für Völker in der Vergangenheit. Germanen und Slawen gab es früher in der Geschichte mit diesem ihrem Namen. „Romanen“ heißt für die Vergangenheit und für die Gegenwart Sprachverwandtschaft, also dies: Menschen oder Völker gehören zu einer der romanischen Sprachen. Das bedeutet: Romanen sind kein Urvolk und „Romanisch“ war nicht die Ursprache der romanischen Sprachen. Aber es gibt eine Ursprache des Romanischen, auch jetzt noch deutlich erkennbar: Gemeint ist damit, das gesprochene Latein (Volkslatein, Vulgärlatein). Das sprachwissenschaftliche Problem dabei ist, dass Lateinisch nicht als romanische Sprache gelten soll, sondern als italische Sprache. Davon gibt es nur noch den „Nachwuchs“ vom Lateinischen. Alle anderen bestehen nicht mehr.

Die Menschen und Völker, die jetzige romanische Sprachen sprechen, das sind die Romanen. Zu den romanischen Sprachen gehören: Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Rumänisch, Galicisch (calego) Katalanisch (catala); Italienisch, Okzitanisch (Randgebiete von Italien, Spanien und Frankreich), Furlanisch (Friaul-Italien), Ladinisch (ladin dolomitan; Italien-Südtirol), Rätoromanisch (Graubünden – Schweiz). Entwickelt haben sich diese Sprachformen der romanischen Sprachen aus dem gesprochenen Latein. Das ereignete sich in europäischen zeitlichen und räumlichen Zusammenhängen. Etwas anders verlief die Entwicklung bei dem weiter entfernten Rumänien. - „Romania continua“ heißt der zeitliche und räumliche Zusammenhang in der Entwicklung der romanischen Sprachen.
In den romanischen Sprachen gibt es Untergruppen mit näherer Verwandtschaft: 1.Iberoromanische Sprachen (Spanisch, Portugiesisch, Katalanisch, Galicisch;) 2.Galloromanische Sprachen (Französisch, Wallonisch, Picardisch, Franko-Provenzielisch Anglonormannisch, Okzitanisch; 3.Rätoromanische Sprachen (Ladinisch, Furlanisch, Bündnisromanisch); 4. Italoromanische Sprachen (Italienisch als Standartsprache, Korsisch, Istriotisch, Monegassisch und italienische Dialekte); 5. Balkanromanische Sprachen (Standartsprache ist das Rumänische, dazu Moldauisch und Kleinsprachen). Unter romanischem Einfluss entstanden auch Plansprachen („Konstruierte Sprachen“): Esperanto, Interlingua.
Verbreitung der romanischen Sprachen: zuerst nur in Europa, danach in ganz Südamerika (Spanisch, Portugiesisch), in Nordamerika (Spanisch), in Kanada (Französisch), in Afrika (Französisch).
Die nationalistischen Ideologien von Panromanismus, Panlatinismus aus dem 19. Jahrhundert wurden erfolgreich von den europäischen Romanen im 20. Jahrhundert überwunden durch anhaltende und rege Beteiligung daran, mit den näheren und ferneren Nachbarn im gemeinsamen Haus Europa freundliche und friedliche Europäer zu sein.
Panslawismus, Pangermanismus, Panromanismus und dazu alter Nationalismus
hindern die meisten Menschen in Europa nicht mehr daran - gerne Europäer zu sein.