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Antikes Griechenland - Ist der Anfang Europas in Griechenland? Auch der Name „Europa“ stammt von Griechenland. Mit dem Griechen Herodot (484-425 v. Chr.) beginnt wissenschaftliches Bemühen in der Geschichtsschreibung: Herodot geht es um die historische Wahrheit in seinem bedeutsamen Werk „Historien“ (griech. „historein“ = erforschen). So entstand von ihm auch eine umfassende Kulturgeschichte der Alten Welt. Die Kämpfe der Griechen mit den Barbaren, besonders die Perserkriege bis 479 v. Chr., sind für ihn der Kampf Europas gegen Asien. Er galt schon im Altertum als Vater der Geschichtsschreibung. Zeitlich erfolgte die Entwicklung des antiken Griechenlands etwa von 800 -146 v. Chr., bis zum Übergang (Integration!) ins Römische Reich. Die Zeit vor 800 war allgemeine Geschichte Griechenlands und auch ein Dunkles Zeitalter. In der Geschichtsschreibung gelten längere Zeiträume ohne Schriftquellen oder archäologische Funde als Dunkle Jahrhunderte oder Dunkles Zeitalter (engl.: dark ages): So war es in der schriftlosen Vorgeschichte Griechenlands nach der Zerstörung der mykenischen Zentren; (1050 bis 800 v. Chr.)Griechenland in klassischer Zeit (500 – 336 v. Chr.) Die kulturelle Leistung der Griechen überragte zunächst die geringere politische Wirkung. So kam es in der Zeit der Stämme und der Polis zu keiner umfassenderen Einheit. Die Griechen waren gegenüber den Nichtgriechen in dieser Zeit miteinander verbunden durch ein kulturelles-religiöses Zusammengehörigkeitsgefühl. Als Zusammenschluss gelang den Stadtstaaten meist nur ein Kultbund (Amphyktionie, ein Heiligtum als Zentrum); einiges wurde dabei auch politisch vereinbart. Das eifersüchtige Bemühen um ihre Autonomie war oft ein Grund für politische Bündnisse. Kriegszwecke waren oft auch ein Grund dafür. Sogar in der Verteidigung gegen die Perser gelang mit einigen Poleis und Stämmen kein Bündnis. Der Hellenenbund, in dem Sparta, Athen und manche andere Stadtstaaten sich verbündeten, führte nicht zur allgemeinen griechischen Einheit. Damals waren manche Griechen sogar bereit sich den Persern zu ergeben. Der Helenbund war dennoch erfolgreich: Obwohl die persische Flotte überlegen war, haben die Griechen sie vernichtetet (480). Das persische Landheer wurde ein Jahr später besiegt. Der Dualismus zwischen Athen und Sparta entwickelte sich mehr und mehr und so kam es zum Peloponnesischen Krieg (Erster Peloponnesischer Krieg (460- 446); danach wieder Peloponnesischer Krieg – ein antiker Weltkrieg 431 – 404).
Autonomie der Stadtstaaten und der Stammesstaaten war die Grundlage für die Idee der „Koine Irene“, Allgemeiner Frieden. Wäre zur dauerhaften Verwirklichung dieser Friedensidee eine starke Hegemonialmacht als Garantie nötig gewesen? Oder wurde vielleicht Alt-Griechenland mit dem Prinzip der Autonomie anfällig für die Vorherrschaft Makedoniens? Durch das Gegeneinander in den Zuständen jener Zeit wurde Makedonien unter Philipp II. gestärkt. In der Antike war Philipp II. eine überragende Macht. Makedonien wurde durch ihn zur Großmacht. Bei der Aufnahme Makedoniens in die delphische Amphyktionie erlangte Philipp II. (338 v. Chr.) die Führung des politisch geschwächten Griechentums. Der Krieg gegen Persien wurde zum „Heiligen. Krieg“. Der Sohn Philipps Alexander d. Gr. machte daraus einen Eroberungskrieg bis zum Indus. Ergab sich daraus diese Entwicklung, dass durch Makedonien, durch Philipp, durch Alexander es erst zur Weltkultur des Hellenismus kam?
Griechische Geschichte ist über zweitausend Jahre wegweisend für europäische Geistesgeschichte geblieben. Aber in der griechischen Geschichte war auch das alte Gegeneinander der Menschenwelt. Jetzt ist Griechenland ein Land mit anderen Ländern in der Europäischen Union, vereint im europäischen Frieden und in der europäischen Freiheit. Griechische Philosophie, griechisches Denken und griechischer Dialog haben schon in der Antike den Weg bereitet in den Frieden und in die Freiheit der europäischen Einheit.