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Vermutlich wirkte sich von der klassischen Zeit im antiken Griechenland mehr aus in der politischen Kultur für die Einheit, für den Frieden und die Freiheit Europas, mehr als in der antiken griechischen Politik. Damals und dort gab es das alte Gegeneinander fast wie bei den anderen. In der westlichen Zivilisation der neuern Geschichte wurde manches von der klassischen Zeit der griechischen Antike lebendig und fruchtbar. Sogar im Wortlaut wirken Erkenntnisse aus der klassischen griechischen Antike als kulturelle und politische Werte in der westlichen Welt. Bei uns wurden daraus tragende geistige Inhalte und wertvolle politische Begriffe. Wie die klassische Zeit in der antiken griechischen Geschichte von 800-146 v. Chr. etwa ein zeitliche Mitte der damaligen Jahrhunderte war, so wurde daraus für uns eine geistige Mitte mit überzeitlicher und kultureller Bedeutung. - Die griechische Philosophie beginnt mit dem Ahnherrn Thales von Milet um 500 v. Chr. Die Blütezeit der Philosophie (Sokrates, Platon, Aristoteles) war um 400 und 300 herum; ebenso in der Literatur (Sophokles, Aischylos, Euripides, Polyklet). In dieser klassischen Blütezeit wirkten auch der Arzt Hippokrates und die Geschichtsschreiber Herodot und Thukydides. Demosthenes blieb lange bis zu Cicero ein wirksames Leitbild für Redner. Für das Lehren und Lernen wurde die klassische Zeit Griechenlands ein reiches Erbe bis heute. Hellenismus aus Griechenland und Makedonien bis zum Römischen Reich Schon im Altertum kam Griechenland durch Makedonien in die Weltgeschichte: Von einem Gebirgsland, zunächst ohne Zugang zum Meer, begann der Start des makedonischen Weltreiches in Griechenland und über Griechenland hinaus bis zum Großreich hinein in die weiten Länder Asiens. Aus der Verbindung griechischen Geistes mit religiös-kulturellen Richtungen des Orients entstand der Hellenismus. Den Anfang machte König Philipp II. von Makedonien (359 – 336 v. Chr.), der mit seinem wachsenden Großreich schon eine Vormachtsstellung in Europa hatte. Sein Siegeszug begann, als er 346 zum Schutz Delphis durch Hilferufe nach Griechenland kam. 336 wurde er für den gesamthellenischen Krieg gegen die Perser zum Oberfeldherren („Hegemon“) berufen. Seine Siege und sein Leben wurden beendet, weil man ihn bei seiner Rückkehr nach Makedonien ermordete. Seinem Sohn Alexander hinterließ er das Reich als Vormacht auf dem Balkan und auch als Großmacht. Dies wurde zum günstigen Start für das wachsende Großreich unter seinem Sohn Alexander. So entwickelte sich Makedonien zur stärksten Militärmacht im Altertum vor Rom.
Alexander d. Gr. (356-323), der Sohn Philipps, benutzte den gesamthellenischen Krieg (Rachekrieg?! Befreiungskrieg!) gegen Persien zur Eroberung in Asien. Es gelangen ihm Feldzüge bis zum Indus. Mit der griechischen Bildung wurde er vertraut durch seinen Lehrer Aristoteles. Nach erfolgreichen Eroberungen Alexanders in Blitzfeldzügen kam es in Ägypten zur kampflosen Unterwerfung. Das Großreich Alexanders bewirkte die Verbreitung der hellenistischen Kultur in der Antike. Sein Großreich zerfiel mit seinem frühen Tod in die hellenistischen „Diadochenreiche“ (diadoche, gr. = Nachfolger) Die Diadochen waren seine Feldherren in diesen Regionen: Ägypten (Ptolomäer), Vorderasien (Seleukiden), Makedonien (Antigoniden). Zwischen den griechischen Mächten kam es nach und nach zu Kämpfen untereinander mit und gegen Makedonien.
So wurde das Eingreifen des Römischen Reiches begünstigt. Die Römer besiegten 197 v. Chr. Makedonien. Der römische General Flaminius proklamierte 196 v. Chr. die Freiheit Griechenlands, aber Rom ist Protektoratsmacht geblieben. Dies war das Ende des politisch unabhängigen antiken Griechenlands. Im Römischen Reich entwickelte sich die griechische Kultur auch als römische Zivilisation. Griechisch zu lernen und zu sprechen, gehörte noch lange zur römischen Bildung - neben Latein. Ein geschätztes Zentrum antiker Bildung blieb Athen bis ins 6. Jahrhundert n. Chr.