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INDOEUROPÄISCH ist schon dem Namen nach ein großer Bogen über Völker Länder und Kontinente. Diese sprachgeschichtliche Richtung zeigt, dass wir Menschen als Großfamilie zusammengehören. Eine indoeuropäische Einheit und dazu die indoeuropäische Sprache – gab das es jemals? Die romanische Sprachfamilie, die germanische Sprachfamilie und die slawische Sprachfamilie – das ist allgemein bekannt. Bei den europäischen Sprachen wurde schon lange die Ähnlichkeit untereinander erkannt. Hörbar für alle ist das bei den romanischen Sprachen. - William Jones (1786) erkannte die Verwandtschaft von Sanskrit (alte heilige Sprache der Inder) mit europäischen Sprachen. Zu denselben Ergebnissen kam der Deutsche Franz Bopp 1814 (damals 23 Jahre alt) in der Sprachvergleichung mit Sanskrit. Ohne es zu beabsichtigen, kam Bopp zur Erkenntnis der „Sprachverwandtschaft“.

Daraus ergab sich mancher geschichtliche Durchblick, so auch dieser: Wir gehören zusammen nicht nur nach einer Idee von uns. In dem vielen Gegeneinander unserer Geschichte können wir den Durchblick verlieren, wo wir hingehören. Die Menschen waren durch die alte Geschichte hindurch so gejagt und geplagt, dass erst vor etwa zweihundert Jahren erkannt wurde, wir sind nicht nur biologisch verwandt. INDOEUROPÄISCH ist ein Beweis für eine sprachliche Großfamilie bei uns Menschen.
In Europa und in ehemaligen Kolonien und von Amerika bis Neuseeland gehören Sprachen zur indoeuropäischen Sprachfamilie. Bedeutet „INDOEUROPÄISCH“ in historischer und sprachgeschichtliche Besinnung auch dies: Wir gehören zusammen über Länder und Kontinente hinaus? Unsere Sprachgeschichte ist ein Beweis mehr, dass die Spuren von uns als Großfamilie bleiben durch Jahrhunderte, durch Jahrtausende. In der Sprachgeschichte sind die Spuren von uns als Großfamilie auch im weltweiten Gegeneinander unauslöschlich geworden.

Seit zweihundert Jahren wird über INDOEUROPÄISCH viel geforscht, viel erkannt und auch gestritten. Nach der Katastrophe mit dem „Arier-Wahn“ und nach Jahrhunderten an Katastrophen im nationalen Gegeneinander sollte INDOEUROPÄISCH auch als Sprachgeschichte ein Wegweiser sein in dem jetzigen stabilen Frieden Europas und in der wachsenden Einheit Europas – ein Wegweiser zum möglichen Frieden und zur mögliche Einheit für alle Völker. INDOEUROPÄISCH kann auch dies bedeuten: Wir gehören schon lange zusammen und wir gehören immer noch zusammen. Seit unserem Anfang haben wir alle den einen Namen: MENSCH. Dafür breitet sich in unserer Zeit immer mehr diese hoffnungsvolle Deutung aus: MENSCH sein, bedeutet human sein. Die Großfamilie INDOEUROPÄISCH ist uns als Hoffnung aus Jahrhunderten und Jahrtausenden geblieben und nicht untergegangen in vielem altem Gegeneinander. Für die Gegenwart und Zukunft ist die Hoffnung begründet, dass wir zusammenhalten und zusammengehören können. Der Name INDOEUROPÄISCH kann wie ein großer Bogen sein über Völker und Länder, wie ein Bogen über alle Länder und alle Völker, wie ein ganz großer Regenbogen am Himmel und vom Himmel als Zeichen der friedlichen, der menschenfreundlichen Welt für alle.