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Griechenland wurde auch zur Vorgeschichte Europas durch das Großreich, das von Makedonien ausging (Alexander d. Gr. 326 v. Chr.). Damit verbunden war die Ausbreitung des Hellenismus (ein weiter Kulturraum, vereint durch das Griechische als gemeinsame Sprache). Es entstand die Kulturmetropole (mit der größten Bibliothek der Antike) und die Handelsmetropole Alexandria (im Nildelta): Alexandrinismus.
Das andere Großreich aus der Antike, das Reich der Römer, wirkte nach in der Entwicklung Europas bis zum Mittelalter und bis in die Neuzeit: Die Römische Republik wurde eine neue Richtung in der Geschichte zur Gestaltung der Politik und des Staates durch die Bürger: Entstehung der Republik 510 v. Chr. Das Konsulat als höchstes Staatsamt war doppelt besetzt; gewählt wurde für ein Jahr. Überwindung der Adelsherrschaft (Patrizier); einfache Menschen aus dem Volk (Plebejer), konnten auch gewählt werden (367 v. Chr.). Das Ende der Republik kam im Jahre 46 v. Chr. als Caesar Alleinherrscher, Diktator auf Lebenszeit wurde. Der Titel „Kaiser“ entstand aus dem Namen Ceasar. Kaiser Theodosius d. Gr. (379 – 395 n. Chr.) war der letzte Kaiser in der Gesamtherrschaft über das Römische Reich. Ein oströmisches und weströmisches Reich war das Werk seiner Söhne. Ist das ein Anfang der Spaltung in ein westliches und östliches Europa gewesen? Vom Kaisertum im Römischen Reich (Idee des Weltreiches!) ergab sich eine Richtung zum Kaiserreich im Mittelalter, das mehr europäisch als national war: Dem Römischen Reich folgte einige Zeit später als Großreich das Frankenreich um 800 (vom Atlantik bis zur Elbe). Karls d. Gr. wurde Kaiser des Westreiches (gefördert durch den Papst und 812 durch Anerkennung von Byzanz, Ostrom). Karolingische Renaissance: Reformen in der Verwaltung, Bildung, Vereinheitlichung der Schrift. Feudalismus: Fürsten, Äbte und Grafen bekommen Land „geliehen“, und überlassen es weiter an Untergebene („leihen“ – Lehen): Lehenswesen (Feudalismus: feudum /lat./ = Lehen) Aus Lehensherren wurden Zwischengewalten (Fürsten, Herzöge, Adel u.a.) gegenüber dem König. - Zeit nach den Karolinger: Von den höheren Lehensherren, den Herzögen, wurde in Ostfranken (später etwa Deutschland) der Frankenherzog Konrad I. zum König gewählt: ostfränkisches (deutsches?) Königtum im Hochmittelalter (Anfang!). König Otto I:. Nach einem Hilferuf des Papstes und nach einem Italien-Feldzug kam die Krönung zum römischen Kaiser (962). So entstand das „Heilige Römische Reich“, später mit dem Zusatz „Deutscher Nation“. Einbegriffen waren außer Deutschland auch Italien und Burgund.

Dieses „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ war deutsch und universal
und es existierte seit dem 11.Jahrhundert als Erstes Reich bis 1806.

Der Abschluss kam mit Franz II.: Er war der letzte Kaiser des Ersten Deutschen Reiches, des mittelalterlichen, mehr universalen und auch deutschen Reiches. Von 1804 an nannte er sich Kaiser von Österreich. Dieses Österreich bis 1918 (Ende des Ersten Weltkrieges) war mehr international, mehr europäisch als deutsch: Heute wollen sie alle zu Europa gehören, die damals der Staat Österreich vereinte: Österreicher, Ungarn, Tschechen, Slowaken, Polen, Kroaten, Bosnier, Slowenen, Italiener. Kann man darin einen Anfang von Europa sehen? Ein unvollkommener Anfang? Das Österreich der Völker hätte schon damals ein Anfang der Europäischen Union werden können.