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ERSTE ANFÄNGE VON „deutsch“:Es gibt keine deutsche Antike wie die griechische Antike, wie die römische Antike. Vor mehr als zweitausend Jahren entstanden schon chinesische, hebräische, griechische und lateinische Schriften (Römer!). Damals gab es noch keine Deutschen und kein Deutschland. Von den vermutlich mehr als fünfhunderttausend Jahren der Menschengeschichte haben wir Deutschen eine junge Geschichte von etwa einem Jahrtausend. Im 8. Jahrhundert gibt es erste Spuren für „deutsch“: mittelalteinisch „theodiscus“ = zum Volk gehörig, volksgemäß; dann althochdeutsch: „diudisc“ und mittelhochdeutsch: „diutsch“ in der Bedeutung von „Volk“. Gegenüber den romanisierten Teilen der Bevölkerung im Frankenreich und gegenüber dem Lateinischen entwickelten sich vor tausend Jahren mit der Bezeichnung „deutsch“ ein deutsches Volksbewusstsein und ein Sprachbewusstsein. Im Osten des Frankenreiches wird „deutsch“ zur Gesamtbezeichnung der dortigen Stammessprachen. Daraus wurde später Deutschland. Zur Bezeichnung „Deutschland“ kommt es anfänglich seit dem 15. Jahrhundert in etwa so: „für das deutsche Land“ mittelhochdeutsch: „daz tiutsche lant“ und die Mehrzahl dazu „tiutschiu lant“. Das ist eine Kurzfassung des sprachlichen Ursprungs von Deutschland.

URGESCHICHTE, ANTIKE, FRÜHMITTELALTER: Auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland soll es schon vor 700 000 Menschen gegeben haben. Zur bleibenden Besiedlung kam es seit 500.000 Jahren, so wird vermutet. Erst seit 500 vor Christus wird das Wissen genauer: Das heutige Süddeutschland war keltisch und das heutige Norddeutschland war germanisch besiedelt. Die Donau soll um Christi Geburt die Siedlungsgrenze zwischen Kelten und Germanen gewesen sein. Zum Römischen Reich gehörte ein großer Teil unseres Landes für lange Zeit. Vom römischen Historiker Tacitus aus dem Jahr 98 gibt es eine erste Geschichte Gesamtgermaniens. Im 5.und 6.Jahrhundert wanderten germanische Stämme bei der Völkerwanderung nach Südeuropa und Westeuropa. Danach gab es fast menschenleere Gebiete im heutigen Ostdeutschland. Dorthin wanderten im 7. Jahrhundert slawische Stämme (Germania Slavica). Bis ins hohe Mittelalter waren diese Gebiete vorwiegend slawisch.

FRÄNKISCHES REICH: Das Großreich der Franken ist ein politischer und kultureller Anfang des entstehenden Abendlandes (vom 6. bis zum 9. Jahrhundert). Es kommt zur Verbindung von germanischem Volkstum, Christentum und Reichsidee. Ab 500 beginnt die Entwicklung zum Fränkischen Reich durch den Merowinger Chlodwig. Nach Schwächung durch Familienzwiste der Merowinger kam es zur staatlichen Neuordnung und Wiederherstellung der Reichseinheit durch die Hausmeier Pippin II. und Karl Martell (Arnulfinger, später Karolinger genannt!). - Um die Jahre 800 war Zentraleuropa im Frankenreich (Karolingerreich) Karls des Gr. vereint. Im Vertag zu Verdun 843 wurde das Frankenreich unter den Enkeln Karls geteilt: Das westfränkische Reich - daraus wurde Frankreich, das ostfränkische Reich – daraus wurde das heutige Deutschland Die Bezeichnung „regnum teutonicum“ (lateinisch für „deutsches Reich“) gibt es seit 900.