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Indoeuropäisch, dann Germanisch sind die Ahnen in unserer alten Sprachgeschichte. Deutsch ist eine junge Sprache mit Anfängen etwa im 9. Jahrhundert. Unsere Vorfahren werden so bezeichnet, weil sie wie das Volk sprechen („theoda, thioda“ = Volk): „thiodisk“ heißt die Sprache der Bevölkerung, die nicht lateinisch und nicht romanisch spricht. Althochdeutsch wurde daraus „diutisk“ und mittelhochdeutsch „tiu(t)scht“. - „theodisci“ wurden die Menschen mit dieser Sprache genannt. Eine allgemeine Bezeichnung wurde das seit dem 10. Jahrhundert für Nachkommen der Germanen. Das waren dann schon die Franken, Sachsen, Bayern, Alemannen, Thüringer, Friesen im Ostfränkischen Reich. Die Schreibweise „teutsch“ wurde bis ins 19. Jahrhundert verwendet.

Althochdeutsch war keine Einheitssprache; es war überwiegend eine Sprache von Mundarten. Manche meinen, dass es angebracht wäre von Altfränkisch, Altbairisch, Altalemannisch usw. zu sprechen. Die erhalten gebliebene Überlieferung des Althochdeutschen besteht aus geistlichen Texten und wenigen weltlichen Texten (Hildebrandslied, Inschriften). Vokalisch volltönende Endungen sind ein sprachgeschichtliches Merkmal des Althochdeutschen.

Im 11. Jahrhundert gibt es lautliche Veränderungen. Das bezeugt ein Vergleich der schriftlichen Überlieferung mit älterer Überlieferung. Daraus wurde die Bezeichnung Mittelhochdeutsch für die Sprache ab 1050. Eine mittelhochdeutsche Literatursprache (12. Jahrhundert) entstand im mittelrheinischen Gebiet. Da es mehr eine höfische Dichtung war, wird es so gedeutet, dass mit dieser mittelhochdeutschen Literatursprache der Adel sich über das Volk erhöhen wollte. Von dieser mehr höfischen Literatursprache ist wenig bis zum Volk gelangt wegen mangelnder Schulbildung. Von den mittelhochdeutschen Dichtungen gibt es bis jetzt noch diese Literaturdenkmäler: das Nibelungenlied, „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach, „Tristan“ von Gottfried von Straßburg, die Gedichte von Walther von der Vogelweide und der Minnegesang. Mittelhochdeutsch war noch keine überregionale Gesamtsprache (keine Standartsprache, keine Hochsprache wie das spätere Neuhochdeutsch). In einer anderen Bedeutung ist Mittelhochdeutsch der Gegenbegriff zum Mittelniederdeutschen mit den Sprachen der mitteldeutschen Regionen (thüringisch, hessisch, rheinfränkisch) und der oberdeutschen Regionen (alemannisch, bairisch) - Vorgänge im Spätmittelalter und in der Neuzeit bewirkten eine Entwicklung zur neuhochdeutschen Gesamtsprache. Die deutsche Bibelübersetzung Luthers (1521 NT und 1534 AT) beeinflusste das religiöse Leben der Generation jener Zeit. Damals begann sich die neuhochdeutsche Sprache zu entwickeln. Hat man Luthers Bedeutung für die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache überschätzt? So wird es gelegentlich gefragt und gesagt? Auch aus diesem Grund: Seit dem 14. Jahrhundert entwickelte sich mehr und mehr eine überregionale Schriftsprache, das Frühneuhochdeutsch. Manche erklären es so: Im 17. Jahrhundert hatte sich die hochdeutsche Schriftsprache schon entwickelt.

Vier Entwicklungsstufen der deutschen Sprache
bis zur Gesamtsprache „Hochdeutsch“:
750 – 1050 Althochdeutsch; 1050 -1350 Mittelhochdeutsch;
1350 – 1650 Frühneuhochdeutsch; etwa um 1650 Neuhochdeutsch