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Frühneuhochdeutsch: Was bedeutet dieses Wort, das uns allgemein wenig geläufig ist? Die frühneuhochdeutsche Sprache gab es ungefähr in der Zeit von 1350 bis 1650. Der bekannteste Text davon ist Luthers Bibelübersetzung (erste Hälfte des 17. Jahrhunderts). Lautwandlungsprozesse (regional verschieden) bewirkten einiges für die Entwicklung vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen. Einzelwissen darüber und auch eine Übersicht davon erfordert einen geschulten Umgang mit Details in der Sprachwissenschaft. Ist Frühneuhochdeutsche eine eigenständige Sprachstufe? Das wird aus folgenden Gründen so gesehen: 1.Die frühneuhochdeutsche Zeit ist eine bedeutsame Kulturepoche; 2.Auswirkung auf die deutsche Sprachgeschichte: durch Luthers Bibelübersetzung, durch Lieddichtungen und durch Schrifttum der Reformation wurde der deutsche Wortschatz sehr bereichert. Auch durch den Humanismus dieser Zeit wurde der deutsche Wortschatz mit lateinischen Lehnwörtern bereichert und grammatisches Denken von der lateinischen Sprache geprägt.

Die Gesamtsprache, die Standartsprache Neuhochdeutsch entwickelte sich aus früheren Sprachstufen und durch Lautwandlungen: Dazu gehört der Vokalismus (Dehnung in offener Tonsilbe, Diphthong: Laut aus zwei Vokalen – au, ei, eu). Im Deutschen gibt es eine flexible Wortbildungsfähigkeit mit einem flexiblen Satzbau. Mit Flexibilität vermehrt sich die Vielfalt in einer Sprache. Abwandlung ermöglicht die vielfache Verwendung eines Wortes (durch Deklination und Konjugation = Flexion): Variationsreichtum einer flektierenden Sprache, wie der deutschen Sprache.
Hochdeutsch ist die heutige Gesamtsprache, die deutsche Standartsprache, die deutsche Schriftsprache. Hochdeutsch/Niederdeutsch ist auch ein landschaftlicher Begriff in sprachwissenschaftlichem Zusammenhang: Die jetzige deutsche Hochsprache (Gesamtsprache) ist meist gemeint mit der Bezeichnung Hochdeutsch. Hochsprache bedeutet eine wertvolle Geltung der Sprache: Auch die Schriftsprache ist Hochsprache. Zusammenfassend ist Hochsprache die Gesamtsprache über der Umgangssprache und über den Dialekten, die gepflegt ausgesprochene und gelernt geschriebene Kultursprache. Schriftsprache für die mündliche Sprache bedeutet, sich beim Sprechen sorgfältig an das Geschriebene halten (Früher: Bühnendeutsch!).

Rechtschreibung:

Seit 1500 gibt es erste orthografischen Regeln in deutscher Sprache
Zwei Leitsätze für die Rechtschreibung bis ins 18. Jahrhundert: der phonetische Grundsatz: „Schreibe so, wie du sprichst.“, historisch-etymologischer Grundsatz: „Beim Schreiben muss die Wortgeschichte berücksichtigt werden“ (Jacob Grimm).
Großschreibung der Hauptwörter seit 1800.
1903 „Amtliche „Regeln für die deutsche Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis“;
1915 „Duden – Rechtschreibung der deutschen Sprache und der Fremdwörter“;1998 Die neue Rechtschreibung wird offiziell an Schulen und Behörden eingeführt.
1999 Einführung der neuen Rechtschreibung für die Nachrichtenagenturen.