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Früher war das kaum bekannt, dass es für alle Menschen Lebensfreude geben kann und geben soll. Wie überrascht wären früher die Herren gewesen, wenn die Sklaven, die Leibeigenen und die Untertanen Lebensfreude gefordert oder erwartet hätten. Noch in den großen Kriegen des zwanzigsten Jahrhunderts und in der laufenden Fortsetzung des Krieges mal hier, mal dort rund um die Erde bis hinein ins einundzwanzigste Jahrhundert hörte man kaum dieses eindeutige Bekenntnis: Alle Menschen haben ein Recht auf Lebensfreude im Frieden. Oder sollen wir Frieden als gelegentliches Gnadengeschenk der Mächtigen und der Organisatoren von Unfrieden betrachten?

Lebensfreude im Frieden: das ist ein Menschenrecht für alle. Keine Politik und keine Ideologie darf den Menschen die Lebensfreude im Frieden nehmen. Für die menschenfreundliche Verwirklichung unseres Lebens brauchen wir keinen Hass, keine Feindschaft, für die menschenfreundliche Verwirklichung unseres Lebens brauchen alle Völker und alle Menschen Frieden. Und warum gibt es in unserer Geschichte so viel Feindschaft und Hass bis in unsere Zeit?

Die Völker verursachen von sich aus keine organisierte Feindschaft, keinen organisierten Hass. Die Massenvernichtung von Menschen, die Verarmung und schlimmsten Leiden der Völker wurden verursacht durch organisierte Feindschaft, durch organisierten Hass. Wir Menschen brauchen keine Feindschaft und keinen Hass, weil es mit unserer Intelligenz und mit unserem Können bei uns die Fähigkeit gibt, alle unsere Probleme friedlich zu bewältigen. Aber wie geht das? Wenn man alle Mittel und alle Anstrengungen, die man in Kriegen und Bürgerkriegen verschwendet, für die Bildung zur Lebensfreude im Frieden verwirklicht, dann wird viel Verarmung, auch geistige Verarmung, viel Elend bei den Menschen bewältigt.

Lebensfreude im Frieden das ist keine pazifistische Romantik, das ist die Hoffnung und die Erwartung eines möglichen humanen Alltags im Frieden für alle Menschen, für alle Völker. Dafür zu sorgen, ist Aufgabe aller Politik, aller Bildung, aller Religionen, und dafür könnte und sollte es dieses gemeinsame Bekenntnis und dieses gemeinsame Programm geben: Lebensfreude im Frieden für alle. Schon seit zweitausend Jahren gibt es bei den Völkern und in den Häusern der Menschen das Kreuz, dieses Zeichen der Hoffnung des Friedens für alle, dieses Zeichen des Friedens vom Himmel.

Kann es nach menschlichem Ermessen noch zweitausend Jahre so weitergehen mit der alten Feindschaft, mit dem alten Hass, mit der vielen Verarmung, auch geistigen Verarmung? Kann es so weitergehen mit der jetzt möglichen Vernichtungsmacht, mit der jetzt mobilisierten alten Feindschaft? Wir brauchen keine totale Vernichtungsmacht gegeneinander, wir brauchen nicht die alte Feindschaft und den alten Hass, wir brauchen Frieden für alle und überall, weil es auf der reichen und schönen Erde mit unserer Intelligenz und mit unserem Können und mit der Hilfe des Himmels Lebensfreude im Frieden für alle geben kann.