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Schon zur Bedeutung des Wortes „Kritik“ und zur Wortgeschichte kann man viel lernen. Schade, dass es zu wenig Gelegenheit gibt, Kritik zu lernen und durch Kritik zu lernen. Warum wird Kritik so oft praktiziert und nicht gerne akzeptiert? Kritik als „Kunst der Beurteilung“ gelingt wahrscheinlich weniger als die Kunst bei künstlerischen Begabungen. „Urteilsfähigkeit, Beurteilung, Tadel, Beanstandung“ und einiges in negativer Richtung wird auch als Kritik praktiziert. Im hilfreichen Miteinander, sogar im freundschaftlichen Miteinander kann Kritik Gutes bewirken. Demokratie zum Wohle der Menschen gelingt, wenn vielfältige Sicht und vielfältige Möglichkeiten im kritischen Dialog durch verschiedenes, mehrfaches Wissen und Können Ergebnisse hervorbringen.

Kritik als Monolog gerät leicht ins Moralisieren. Die Schattenseite der Kritik ist eben die moralisierende Beurteilung. Wie viel Unglück entsteht bei uns Menschen durch moralisierende Beurteilung! Wurden damit auch Kriege, Revolutionen und Aggressionen gestartet und durchgeführt? Mit Kritik auch als Propaganda kann die moralische Beurteilung zur selbstgerechten Begründung werden, die eigenen Standpunkte zu überhöhen und andere zu erniedrigen.

Kritik kann sogar mehr sein als „Kunst der Beurteilung“. Das ist ein lohnendes und notwendiges Lernziel: Kritik zu lernen als geistreiches Können im Dialog. Im humanen Miteinander geht vieles gut auch mit verschiedenen und gegensätzlichen Positionen, wenn wir einander anhören und miteinander sprechen. Zuweilen ereignet sich Kritik so, dass wir jemand zur Rede stellen. So kann auch ein Streit entstehen. Wenn wir Kritik als geistreiches Können im Dialog gelernt haben, kann es nach jedem Streit im Frieden weitergehen. Und wo haben wir die Chance, Kritik als geistreiches Können im Dialog zu lernen? Leider sind die Gelegenheiten, Kritik als negative Beurteilung, sogar als Beschimpfung und als Gewalttätigkeit zu lernen und mitzumachen noch weit verbreitet. Das geht immer noch bis zur organisierten politischen und ideologischen Raserei. Und wie ertragen die Organisatoren und die Mittäter sogar totales Morden und totale Vernichtung, wenn sie dies bewirken? Mit der selbstgerechten Überhöhung ihrer Stanpunkte und der propagandistischen Erniedrigung ihrer Opfer.

Wir haben jetzt in manchen Teilen der Welt günstige Gelegenheiten viel zu lernen. Dabei gibt es Aktionen, dass Lernen perfekter und optimaler wird. Aber es bleiben viele Menschen immer noch Analphabeten, mit zu wenigen Aktionen, dies für alle zu verbessern. Dass wir Kritik als geistreiches Können im Dialog lernen, ist anscheinend ein weltweiter Bildungsmangel. Dadurch wird die Sprache, dieser wunderbare Reichtum bei uns Menschen, oft zur Waffe gegeneinander statt zum hoffnungsvollen, menschenfreundlichen Miteinander. Über „Kritik“ wurde schon in der Vergangenheit mit berühmter Philosophie nachgedacht. Aber die Völker müssten mehr Chancen haben hilfreiche, humane Kritik zu lernen. Es kann doch nicht sein, dass der Bildungsmangel in Kritik ein begünstigender Zustand für Propaganda und Verdummung bleiben soll. Geistreiche, humane Kritik lernen, macht uns fähig Freude, Frieden und Fortschritt im Gespräch miteinander von Mensch zu Mensch zu erleben und einander als Mensch von Volk zu Volk zu erleben.